WINDHOF
PATRICK WELTER

Windhof: Auch Gewerbegebiete können mit einfachen Mitteln (teilweise) zu Biotopen werden

Der Name verwirrt zunächst. Unter „ecoparc“ stellt man sich einen wahnsinnig hippes Gelände vor, das seine ökologische Ausrichtung nur so hinausschreit. In diesem Gewerbepark gibt es aber einen normalen Klamottenladen, einen Umzugsspezialisten, das Logistikzentrum einer Supermarktkette und eine ganz normale Tankstelle. Der „ecoparc Windhof“ zeigt seine ökologische Ausrichtung erst auf den zweiten Blick: Bunte Wiesen auf den Verkehrsinseln, keine exotischen Bodendecker sondern heimisches „Unkraut“, natürlich wachsende Büsche und Hecken, keine exotischen Pflanzen und vor allem kein mit der Nagelschere geschnittener Rasen. Nach den Worten von Jean Wirion, Bürgermeisters der Gemeinde Koerich, zu der das Gewerbegebiet Windhof gehört, geht es bei diesem Pilotprojekt um die Kommunikation zwischen Wirtschaft und Umwelt. Die sei im „ecoparc“ schon gut gelungen, es gebe mehrfach ausgezeichnete Gebäude, Unternehmen die ganze Biotope angelegt haben und selbst der Tankstellenbetreiber habe seine exotische Bepflanzung gegen eine heimische getauscht. Schotterparkplätze oder Stellplätze mit Rasengittersteinen die eine Versiegelung des Bodens vermeiden, runden das Bild ab

Um die Idee eines natürlichen oder naturnahen Gewerbegebietes umzusetzen, haben die Naturverwaltung, die Straßenbauverwaltung und die Kommune in enger Abstimmung zusammengearbeitet. Im weitesten Sinne sortieren sich die Projekte zur natürlichen Begrünung von Industrie- und Gewerbegebieten unter dem neuen Schlagwort des „Urban farming“ oder „Urban gardening“ ein.

Für Umweltministerin Carole Dieschbourg ist der „ecoparc Windhof“ ein gutes Beispiel dafür, dass mit „weniger investieren mehr erreichen kann.“ Dazu heißt es in der Presseerklärung: „Zwischen Verkehrs- und Grünflächen entstehen fließende Übergänge. Beim Unterhalt werden Maßnahmen bewusst unterlassen, die die spontane Ansiedlung krautiger Pflanzen verhindern. Unkrautbekämpfungsmittel und Düngemittel kommen nicht zum Einsatz. Die Gehölze dürfen sich natürlich entwickeln. Es wird kein Rindenmulch ausgebracht. Schnittmaßnahmen erfolgen nur soweit sie für die Wegenutzung und die Verkehrssicherheit erforderlich sind. Durch die veränderte Pflege verringern sich die Kosten für den Unterhalt der Grünflächen.“