50 Drehtage, denen zwei Wochen Recherche vorausgingen, benötigten die Regisseure Jean-Louis Schuller und Sean Clark, um ihren Dokumentarfilm „Black Harvest“ zu drehen, der gestern Abend auf dem Luxembourg City Film Festival seine Luxemburg- Premiere feierte. Das Duo Schuller/Clark befasst sich in ihrem gemeinsamen Projekt mit den Ölbohrungen im US-Bundestaat Nord-Dakota und der Migrationswelle, die der Ölrausch auslöste.
Während der aus Montana stammende arbeitslose Doug Wenner in North Dakota eine neue Existenz aufbauen möchte, betrachtet der Farmer John Heiser das schwarze Gold als Fluch, als schwarzer Tsunami, der sein Land überflutet. Ihren Hauptakteur Wenner haben die beiden Filmemacher vor einem Jobcenter kennen gelernt; Wenner habe den Film als Fenster zur Kunstwelt betrachtet, kommentiert Schuller die Motivation des US-Amerikaners, im Film mitzuwirken. „Doug konnte mit uns über Politik und Kunst diskutieren, mit den anderen Arbeitern war dies nicht möglich“, erinnert sich der Luxemburger. Der Dreh wurde im September 2013 abgeschlossen, ein Drehbuch gab es keins. Sie hätten die beiden unterschiedlichen Welten portraitieren wollen, betont Schuller. Zu beiden Protagonisten haben die Filmemacher noch Kontakt. Wenner, der Hochs und Tiefs während des Drehs erlebte, sei aber ziemlich am Boden, unterstreicht Schuller. „Er hat momentan keine Arbeit und es geht ihm schlechter als zu Beginn der Dreharbeiten“, erklärt der Regisseur. Ob der Film in die amerikanischen Kinos kommt, ist noch nicht sicher. Es sei immer Glückssache, ob ein europäischer Film es in die US-Kinos schaffe, meint Schuller. In Luxemburg startet der Film am 6. Mai.


