FUHREN
NORA SCHLEICH

Die junge Band „Drife“ startet mit viel Motivation

Sieben motivierte Köpfe haben sich zusammengefunden, um Luxemburgs Musikszene unsicher zu machen: Michel Schumann, Jeff und Patrice Petry, Lex Schaul, David Li, Bruno Venãncio und Lex Kauffmann sind letztes Jahr mit ihrer Alternative-Rockband
„Drife“ an den Start gegangen. Genug Drift muss man auch haben, um neben einem gut gefüllten Arbeitsleben der Musik genug Raum geben zu können. Wie es dazu kam, dass sich die Musiker aus dem Norden Luxemburgs zusammentaten und was sie ihren Hörern mit auf den Weg bringen möchten, das erzählen uns Bassist Michel und Sänger/Gitarrist Jeff im Interview.

Wie lässt sich die Konstellation „Drife“ beschreiben?

JEFF PETRY Die typische Rockband besteht aus zwei elektrischen Gitarren, einem Bass und dem Schlagzeug. Natürlich spielt bei uns die Gitarre auch eine wichtige Rolle, je nach Lied haben wir zwei bis drei akustische oder elektrische dabei. Daneben ergänzen aber auch ein Keyboard und eine Geige den Sound. Einen großen Einfluss auf uns haben die Bands aus den UK. Aus den 90ern wäre da speziell die Brit-Pop-Bewegung zu nennen, aber eigentlich geht das von The Who über Bowie und Stone Roses bis hin zu Oasis und The Strypes. Die Bandbreite der Songs ist recht weit, für die meisten ist etwas dabei. Wichtig sind uns Melodien, die den Leuten nicht mehr aus dem Kopf gehen sollen.

MICHEL SCHUMANN Einzelne kennen sich schon länger, vor allem aus dem „Club des Jeunes Fouhren“. 2017 war die Band eher noch eine Jux-Idee, nach und nach hat sich das aber zu einem produktiven Projekt entwickelt. Nachdem wir anfangs primär Jamsessions abhielten und Songs coverten, haben wir uns dann aber eigenen Liedern gewidmet.

Die Entwicklung der Band hat sich also über einen längeren Zeitraum ergeben?

JEFF Ein halbes Jahr lang haben wir einfach locker zusammen Musik gemacht. Irgendwann hat es uns gelangweilt, immer die gleichen Songs zu spielen. Den neuen Impuls sollten eigene Lieder schaffen, und davon handelt auch unser erstes Lied „Off We Go!“, das sich gut als Opener auf Konzerten eignet. Wir haben nach und nach unsere Ideen vertont, ohne dass wir sie vorher niedergeschrieben haben - bei uns geht das meiste nach Gefühl!

Wie seid ihr auf den Namen „Drife“ gekommen?

JEFF Anfangs fiel uns einfach kein geeigneter Name ein. Da wir unsere Wurzeln aber in Fuhren haben, und dies das luxemburgische Pendant zum englischen „Drive“ ist, wollten wir uns so nennen. In den Achtzigern gab es in den States bereits eine Band mit diesem Namen, also ersetzten wir das V durch ein F - wodurch wir auch wieder näher bei Fuhren sind!

Welche Themen beschreibt ihr in euren Songs?

MICHEL Das geht eigentlich von bis. Natürlich sind es Themen, die mit einer persönlichen Lebenserfahrung verbunden sind. Das kann eine gesellschaftliche Bewegung sein oder einfach ein Ereignis, das einen nicht mehr loslässt. Es ist sehr spannend, wie sich die Ideen musikalisch zum Leben erwecken lassen. „Off We Go!“ beschreibt zum Beispiel das Gefühl das man hat, wenn man abends voll motiviert ist, um mit den Freunden loszuziehen oder wenn einen die Lust packt, ein Projekt anzugehen - es ist dieses „sich in den Moment stürzen“, das wir festhalten wollten. „The Right Stuff“ ist vielleicht ein wenig provokativer und direkter. Wir stellen dem Publikum die Frage, was sie eigentlich wollen. Vielleicht haben wir ja genau das, an das sie gerade denken - sodass sie zum Bleiben animiert werden. In „Morning Light“, das vielleicht als ruhiges Liebeslied mit Akustikgitarre und Geige durchgehen könnte, wird auch über Vergangenes reflektiert und sich Gedanken über die Zukunft gemacht.

Wo konnte man euch bis jetzt live erleben?

JEFF Unser allererster Auftritt war im Rahmen des Konveniats unseres Jugendvereins. Da wir alle unter Freunden waren, war das eine gute Testbasis. Wir wussten, dass uns dort Fehler verziehen werden würden. Nach ein paar weiteren kleinen Auftritten, die wir während unseren ersten Aufnahmen hatten, kam dann der erste große Gig beim „Rock the South“ in Petingen.

… das war dann schon eine andere Kategorie.

MICHEL Ja, das war ein großer Unterschied. Einige von uns standen noch nie auf einer solch großen Bühne. Auch wenn man bloß auf die Bühne hochsteigt, der erste Sound-Check, all dies war echt richtig cool und wir hatten alle richtig Lust, jetzt loszulegen!

JEFF Die Erfahrung hat eigentlich alle Vorstellungen gesprengt, es war alles wesentlich intensiver, als man sich das im Vorfeld ausgemalt hat. Der ganze Boden vibriert unter einem, wenn die ersten Sounds ertönen! Wir haben dort den zweiten Preis, Studioaufnahmen im „Audeo“ in Lamadelaine, gewonnen. Im Frühjahr werden wir dann dort loslegen.

Wie habt ihr die bisherigen Aufnahmen gemacht?

MICHEL Bis jetzt haben wir ausschließlich auf private Ressourcen zurückgegriffen. In unserem Freundeskreis gibt es jemanden, der Videos schneiden kann und jemanden, der in der Musikbranche tätig ist und genug Material hat, um Aufnahmen selbst durchzuführen. Die ersten Aufnahmen zusammenzumischen hat auch richtig lange gedauert. Das waren schon recht lange, kalte Abende im Transporter, der als mobiles Studio herhielt. Es war zwar kein professioneller Rahmen, aber zumindest haben wir vorzeigbare Demo-Versionen gestalten können.

Wo kann man euch in naher Zukunft begegnen?

JEFF Wir haben einige Festivals, Cafés oder kleinere Veranstaltungen angeschrieben und warten jetzt mal die Antworten ab. Da wir noch nicht sehr bekannt sind, müssen wir uns noch ein bisschen beweisen. Vor sieben Monaten hätte noch keiner von uns gedacht, dass wir jetzt mit „Drife“ auftreten würden. Wir sind aber ohnehin noch am Probieren und Experimentieren, da ist noch einiges möglich!

Welches Feedback gibt es denn bislang?

MICHEL Bis jetzt durchweg Gutes! Bei Youtube und Soundcloud findet man ein paar Songs von uns, die uns einige Weiterempfehlungen einbrachten, und wir haben seit Herbst 2018 eine Facebook-Seite, auf der wir die Leute über neue Entwicklungen auf dem Laufenden halten. Eine objektive Kritik ist sehr wichtig. Die Leute, die uns kennen, gehen ohnehin ein wenig anders mit einem um. Natürlich sind unsere Freunde erst einmal positiv überrascht, da niemand wusste, dass wir an der Band arbeiteten. Die Realität, das, was die Leute tatsächlich denken, ist da um einiges produktiver für die zukünftige Gestaltung.

Weitere Infos unter: www.facebook.com/drife.band