LUXEMBURG
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„Sexting“: Bilder von Kindern sehr häufig von ihnen selbst gemacht

Im Jahr 2018 hat die „Internet Watch Foundation“ vor dem Anstieg sexueller Bilder von Kindern im Alter zwischen elf und 15 Jahren gewarnt, nachdem sie in diesem Jahr „Rekordmengen“ an Inhalten zum sexuellen Missbrauch von Kindern aufgedeckt und entfernt hat...

Stichwort „Sexting“, das Erzeugen, Empfangen und Teilen von sexuell suggestiven oder expliziten Bildern/Videos von sich selbst durch mobile Technologie.

Doch es gibt hierbei ein Problem, denn es sind oft Kinder selbst, die „sexuelle Bilder von sich selbst erzeugen, empfangen und teilen, produzieren“. Dies geht aus einer Stellungnahme des Lanzarote-Ausschusses des Europarates, dem Gremium, das für die Überwachung der Umsetzung des Übereinkommens des Europarates zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch zuständig ist, hervor. Im Jahr 2018 wurde hiernach sogar jedes vierte Kindersex-Bild online ursprünglich von Kindern „selbst generiert“, und das Alter der betroffenen Kinder nehme stetig ab. Hieraus eröffnet sich die Thematik „Kinderpornographie“, wozu der Lanzarote-Ausschuss aber klar ausführt: Dies stelle kein Verhalten im Zusammenhang mit „Kinderpornographie“ dar, wenn es ausschließlich für den eigenen privaten Gebrauch der Kinder bestimmt ist. Obwohl das Komitee die Praxis des „Sexting“ natürlich nicht unterstützt, versucht es sicherzustellen, dass das Wohl des Kindes immer im Vordergrund steht, und hält dies auch fest, dass ein solches Verhalten von Kindern nicht gleichbedeutend mit „Herstellen, Besitzen, Anbieten oder Bereitstellen, Verbreiten oder Übertragen, Beschaffen in Bezug auf zu Kinderpornographie“ ist.

Wenn diese Kinderbilder/Videos von sehr kleinen Kindern oder Kindern in besonders schutzbedürftigen Situationen erstellt werden, sollten diese Kinder an die Opferhilfe verwiesen und nicht strafrechtlich verfolgt werden, da diese Kinder gar als Opfer von Manipulation oder Nötigung angesehen werden sollten. Auch Europol weist darauf hin, dass „das zunächst mit unschuldiger Absicht geteilte Material oft den Weg zu ‚Sammlern‘ findet, die das Opfer oft ausbeuten, insbesondere durch Erpressung.“

Die Schlussfolgerungen soll so den Staaten Leitlinien an die Hand geben, wie sie den Herausforderungen begegnen können, die sich aus dem relativ neuen Phänomen des „Sexting“ ergeben, das in den letzten Jahren in Europa immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, wie der Lanzarote-Ausschuss mitteilt.