LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Sozialwahlen: Der unabhängige Gewerkschaftsbund verliert drei Sitze zugunsten des LCGB

Der OGBL bleibt trotz Verlusten stärkste Kraft: Dies geht aus den am Wochenende veröffentlichten Resultaten der Sozialwahlen - knapp drei Wochen nach Einsendeschluss der Wahlzettel - hervor. Die Gewerkschaft OGBL behält demnach mit 35 von 60 Sitzen der Arbeitnehmerkammer - sie fungiert als Vermittler zwischen Arbeitnehmern und Staat - die absolute Mehrheit, muss aber Sitzverluste zugunsten des LCGB beklagen. Dieser konnte einen Anstieg von 15 auf 18 Sitze verzeichnen, derweil bei der Bankengewerkschaft ALEBA (vier Delegierte), dem Landesverband FNCTTFEL (zwei Delegierte) und der Syprolux ( ein Delegierter) alles beim Alten geblieben ist.

Zehn Prozent weniger im Stahlsektor

Im Stahlsektor (Gruppe 1) erhielt der OGBL weniger Zuspruch als 2013: zehn Prozentpunkte hat der unabhängige Gewerkschaftsbund gegenüber 2013 verloren (von 61,38 auf 51,82 Prozent), wovon der LCGB profitierte (von 35,79 auf 48,18 Prozent). An der Sitzverteilung hat dieses Resultat aber nichts geändert. 2008 hatte der OGBL derweil einen Sitz an den LCGB abgeben müssen.

In Gruppe 2 (Sektoren der anderen Industrien) hat der unabhängige Gewerkschaftsbund einen Sitz verloren. Hier ging es von 58,55 Prozent im Jahr 2013 (5 Sitze) runter auf 54,88 Prozent (4 Sitze). Der christliche Gewerkschaftsbund hat diesen Sitz hinzugewonnen: Der LCGB hat sich von 36,18 auf 45,12 Prozent verbessert und damit nun auch vier Sitze. Auch im Bausektor (Gruppe 3) hat der LCGB (jetzt 2 Mandate) dem OGBL (nur noch 4 Mandate) einen Sitz abgeluchst. In Gruppe 4 (Finanzen) verliert die ALEBA minimal an Zuspruch (von 50,39 Prozent auf 49,22), kann ihre vier Sitze aber behalten. In Gruppe 5 („secteur des Services“) gewinnt der LCGB einen Sitz hinzu und hat nun fünf, während der OGBL von zehn auf neun sinkt. Im öffentlichen Sektor (Gruppe 6) legt der unabhängige Gewerkschaftsbund zwar prozentual leicht zu, bleibt aber bei seinen drei Sitzen, genau wie der LCGB seinen einen Sitz behält und die FGFC weiterhin leer ausgeht.

Im Gesundheits- und Sozialwesen (Gruppe 7) bleibt ebenfalls alles wie gehabt: fünf Sitze für den OGBL, ein Sitz für den LCGB. In Gruppe 8 (CFL) verliert die FNCTTFEL Prozentpunkte (von 62,65 auf 59,68 Prozent), bleibt aber stärkste Kraft und behält ihre zwei Mandate, derweil die Syprolux bei einem Mandat bleibt. In Gruppe 9 (Rentner) gewinnt der unabhängige Gewerkschaftsbund fünf Prozentpunkte, bleibt dennoch bei vier Sitzen, der LCGB behält zwei, und die ALEBA geht leer aus.

Gegenüber den letzten Sozialwahlen im Jahr 2013 ist die Beteiligung übrigens gesunken: von rund 36 auf diesmal knapp 30 Prozent. Die Ergebnisse müssen nun noch validiert werden, bevor sie als offiziell anzusehen sind.