LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Weitere Lärmschutzwände an der A3 kommen erst mit dem sechsspurigen Ausbau

Ist es entlang der Autobahn A3 von und nach Frankreich lauter geworden, seit dem Büsche und Bäume auf dem Seitenstreifen gerodet wurden? Zumindest für die Anlieger im Bereich Bettemburg scheint es sich so darzustellen. Hinzu kommt, dass an einigen Stellen der Verkehr auf der Autobahn nicht nur gehört, sondern auch plötzlich gesehen wird, weil der zumindest zeitweilig grüne natürliche Sichtschutz verschwunden ist.

Claudia Dall’Agnol, sozialistische Abgeordnete aus dem Süden, hat sich der Beschwerden zahlreicher Bettemburger Bürger über die veränderte Situation entlang der A3 angenommen und eine umfangreiche parlamentarische Anfrage an Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch („déi gréng“) geschickt. Sie befasst sich dabei nicht nur mit der „Verschlechterung der Lebensqualität“ sondern auch mit dem vorgesehenen Ausbau der A3 auf jeweils drei Fahrspuren.

Zunächst wollte sie von Bausch wissen, ob er überhaupt über die Rodungsaktionen informiert war und warum diese Arbeiten nötig waren. Danach ging sie ins Detail: Gibt es in naher Zukunft einen anderen Lärm- und Lichtschutz entlang der Strecke? Wie sollte der gegebenenfalls aussehen? Wann beginnen die Arbeiten zum Ausbau der Autobahn? Zuletzt erkundigte sich Claudia Dall’Agnol nach dem Ergebnis von Lärmmessungen in den letzten Jahren und nach einer eventuell durchgeführten Feinstaubanalyse.

Keine schnelle Lösung

Für Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch waren die Rodungsarbeiten aus Gründen der Verkehrssicherheit geboten, Bäume oder Äste hätten auf die Fahrbahn stürzen können. Dies sei eine regelmäßig vorgenommene Vorsichtsmaßnahme gewesen. Der Baumbestand an Nadelhölzern und Pappeln sei außerdem von Experten als krank eingestuft worden. Einen neuen Lärm- und Sichtschutz wird es erst mit dem Ausbau der A3 auf zweimal drei Fahrspuren geben. Das entsprechende Finanzierungsgesetz für den Autobahnausbau soll demnächst in der Abgeordnetenkammer eingebracht werden. Bei normalem Verlauf sei mit einem Baubeginn für 2018 zu rechnen, sagt Bausch, die Arbeiten werden dann etwa fünf Jahre dauern.

Auf der zwölf Kilometer langen Strecke zwischen der Ausfahrt Gasperich und der französischen Grenze, reicht die Besiedlung zwischen Biwingen und dem Bettemburger Kreuz bis an die Autobahn heran. Lärmschutzwände mit einer Fläche von 6.800 Quadratmetern gibt es nach Auskunft des Ministers in diesem Bereich bereits auf einer Länge von 2,3 Kilometern.

Entsprechende Studien empfehlen Lärmschutzwände - die zum Teil schon bestehen - für Biwingen, Berchem, Liwingen, Peppingen und Bettemburg. Insgesamt werden die Lärmschutzwände eine Gesamtlänge von 5,3 Kilometern mit einer Fläche von 20.000 Quadratmetern ausmachen.

Mit oder ohne Büsche: Kein messbarer Unterschied

Interessant ist, dass der Minister feststellt, dass es laut einer Studie keine hörbare Lärmzunahme durch das Abholzen der Büsche und Bäume an der Autobahn gibt. Innerhalb Luxemburgs, für die Autobahn A3 gibt es keine spezielle Erhebung, lagen die Feinstaubwerte (PM10) im Jahresmittel zwischen 12 und 23 Mikrogramm pro Kubikmeter, der europäische Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm/m³. Stickoxide (NOx) wurden 2012 und 2013 im Raum Bettemburg gemessen und lagen zwischen 31 und 36 Mikrogramm/Kubikmeter, auch hier beträgt der zulässige Höchstwert 40 Mikrogramm/m³.