LUXEMBURG
NICOLE KUHN-DI CENTA

Vor 55 Jahren wurde die LASEP als Zusatzangebot zu den Schulsportstunden gegründet. 2009 wurde sie fest im Schulgesetz verankert. Heute gibt es 70 LASEP-Sektionen, 6.795 Kinder haben eine Lizenz und werden von 724 Leitern betreut. Innerhalb eines halben Jahrzehnts hat sich viel getan, sagt auch die Vizepräsidentin der LASEP sowie Präsidentin der Finanzkommission, Nicole Kuhn-Di Centa.

„Im Laufe der letzten drei Jahre hat sich die Philosophie der LASEP stark geändert. Sie wurde an die heutige Gesellschaft angepasst. Wir wollen den Kindern zwischen drei und zwölf Jahren Spaß und Freude an der Bewegung vermitteln. Der Multisport steht dabei im Vordergrund. Unsere Sportfeste bestehen nur noch zu einem Drittel aus Wettbewerben, die übrigen zwei Drittel haben eine spielerische, fördernde Basis. Die Kinder, die in einem Sportverein aktiv sind, belegten zu oft die ersten Plätze und die anderen hatten das Nachsehen. Das haben wir als nicht richtig oder fair empfunden. Jedes Kind soll da abgeholt werden, wo es steht. Es soll motiviert werden, sich wohlfühlen und das Gefühl haben, dabei zu sein.

Die Kinder sollen die ganze Vielfalt an Sportarten kennenlernen. Auch die sozialen Aspekte sind wichtig: Gewinnen und verlieren lernen, und mit diesen Gefühlen umgehen lernen. Wir sehen uns als Trampolin für die Sportvereine, in dem Sinne, dass wir die Kinder auf den Geschmack bringen, ohne Druck und ohne zu viel Leistung zu fordern, um sie dann weiter in die Vereine zu leiten.

Dank Bildungsminister Claude Meisch hat eine große Öffnung für das Zusammenspiel zwischen LASEP und Maisons Relais stattgefunden. Die Erzieher haben die gleichen Möglichkeiten, was das Abhalten von LASEP-Stunden anbelangt. Das gilt auch für die Arbeitsentlastung: Seit der Rentrée 2018/19 ist eine LASEP-Stunde gleichgesetzt mit einer ,Décharge‘-Stunde für das Lehr- und Erzieherpersonal, derweil es vorher nur 0,8 Stunden waren. Leider fehlt es aber immer noch an Personen, die LASEP-Stunden abhalten.

Wir sind uns bewusst, dass es nicht immer leicht ist, den Bereich der non-formalen und der formalen Bildung in Einklang funktionieren zu lassen. Der nationale Rahmenbildungsplan in der non-formalen Bildung, wo eines der Handlungsfelder Bewegung, Körperbewusstsein und Gesundheit ist, ist für alle außerschulischen Akteure schwierig einzuhalten. Ich bin der Meinung, dass in nächster Zukunft mit allen betroffenen Partnern kritisch-konstruktiv diskutiert werden muss.

Der Schulsport müsste im Allgemeinen stärker valorisiert werden. Der Schwimmunterricht bleibt ein schwieriges Thema. Nicht wenige Kinder kommen ins Lyzeum, ohne richtig schwimmen zu können. Unbedingt müsste die Ausbildung unseres Lehrpersonals in diesem Bereich verbessert werden.

Im Koalitionsabkommen gibt es viele positive Ansätze, der Kindervereinsbus zum Beispiel. Es gibt aber noch Baustellen: ‚Educateurs de motricité‘, Sportmanager und vor allem die Qualität der Sportbetreuung im Kleinkindalter. Einfach zu realisieren wären zum Beispiel durchdachte Bewegungsmöglichkeiten im Schulhof, die bei jedem Wetter genutzt werden können. Interministeriell sehe ich da große Chancen. Neben dem Bildungs-, Sport- und Gesundheitsministerium könnten auch andere Partner wie das Gemeindesyndikat Syvicol eingebunden werden. Nur wenn der Sport in Luxemburg politisch stark getragen wird, kommen wir auch zügig voran, dies im Interesse all unserer Kinder. Die

LASEP ist dialogbereit und setzt all ihre Energie frei, damit Nägel mit Köpfen gemacht werden können.“