Nur mit kleinen Schritten kommt die Beteiligung der Frauen am kommunalen Geschehen voran: Von 31% auf 36% ist die Zahl der Frauen in beratenden Gemeindekommissionen zwischen 2006 und 2013 gestiegen. Auch die Themenbereiche, für die Frauen sich einsetzen oder eingesetzt werden bleiben weitgehend gleich. Während vorwiegend Männer
die Finanzen, Bauten, Technik, den
Verkehr und neuerdings Entwicklungsfragen diskutieren, bleiben Frauen mehr
auf Schule, Kultur, Soziales und Integration konzentriert. Der Nationale Frauenrat (CNFL), der gestern seine Erhebung der „Frauen in den beratenden Gemeindekommissionen“ vorstellte, fordert angesichts der Diskrepanz, dass ein gesetzlicher Rahmen geschaffen wird. „Wir brauchen eine rigide Gesetzgebung, sonst ändert sich nicht viel“, sagte CNFL-Präsidentin Danielle Becker-Bauer. Quoten für eine paritätische Besetzung von Kandidatenlisten und Gemeindekommissionen müssten her, jede Gemeinde über 1.000 Einwohner sollte eine Chancengleichheitskommission einsetzen müssen und die Kommissionen bräuchten mehr Gewicht und auch ein kleines Budget. So könnten punktuell Aktivitäten organisiert werden und Frauen sichtbarer werden. Es erging aber auch der Appell an Frauen, sich in die Politik zu trauen und sich mehr zu Wort zu melden.
Appell an die Frauen: Traut Euch,meldet Euch zu Wort
Der Anteil der Kommissionen ohne weiblichen Input ist auf 13% gesunken und der Anteil der Kommissionspräsidentinnen liegt mittlerweile bei 28%, 21% waren es noch 2006. Nur noch 13% aller Kommissionen haben gar keine Frauen und drei Gemeinden im Land haben sämtliche Kommissionen paritätisch besetzt: Walferdingen, Ulflingen und Beaufort. Sorgen bereitet dem Nationalen Frauenrat, dass immer mehr Chancengleichheitskommissionen mit anderen Themen zusammengelegt werden. Dann entstehe Unsicherheit über die Prioritäten und schlussendlich würden die Maßnahmen für die Gleichstellungspolitik leiden, so Danielle Becker. Es sei aber im ureigenen Interesse der Männer, sich für Chancengleichheit einzusetzen, schließlich gebe es viele Themen, die auch den Männern zugute kämen.


