LUXEMBURG
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Zahlenmaterial zur Kriminalität fehlt

Es mangelt im Großherzogtum an Zahlenmaterial, wenn es um Kriminalität geht. Dies stellte Dan Biancalana, Abgeordneter der LSAP, in einer parlamentarischen Anfrage fest. Es wäre insgesamt schwierig, einen generellen Überblick über die Lage im Land zu erhalten, auch weil eine Vielzahl an Akteuren Zahlen sammele. In Frankreich existiere indes ein „Observatoire national de la délinquance et des réponses pénales“ (ONDRP), welches unabhängig diese Zahlen sammele und aufgrund dieser eine Analyse durchführen kann. Der Abgeordnete fragt Justizministerin Sam Tanson (déi gréng), ob in Luxemburg die Schaffung einer solchen unabhängigen Institution geplant sei. Die Ministerin, die zusammen mit der Gleichstellungsministerin Taina Bofferding (LSAP) und dem Minister für innere Sicherheit, François Bausch (déi gréng), antwortet, räumt ein, dass der Schaffung einer solche nichts im Wege stehe. Dennoch sei ein solches Projekt nicht anvisiert. Man würde jedoch je nach Themengebiet solche beobachtenden Infrastrukturen fördern. Ein Beispiel sei hier das „Observatoire de l’Egalité“, das vom Gleichstellungsministerium im Dezember 2019 geschaffen wurde. In anderen Bereichen, wie etwa dem Antisemitismus habe man eine interministerielle Arbeitsgruppe geschaffen, die das Monitoring solcher Fälle verbessern soll.