LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Internationalisierung soll Luxemburger Wirtschaft weiterhelfen

Luxemburg verfügt jetzt über ein Luxembourg Trade and Investment Office in der marrokanischen Stadt Casablanca. Darüber hinaus gibt es einen Digital Marketing Guide, eine Webseite auf Englisch und Französisch. Diese beiden Informationen gaben gestern Wirtschaftsminister Franz Fayot und Luc Frieden, Präsident der Handelskammer, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt.

Sie sind das Resultat der Arbeit des „Trade and Investment Boards“ (TIB), das 2017 gegründet wurde, um Promotionsstrategien für Luxemburg auszuarbeiten. Es fasst verschiedene Akteure wie Luxinnovation, die Handelskammer, die Handwerkskammer oder den Industrieverband FEDIL zusammen. Das TIB hatte sich gestern im Beisein seines Ehrenpräsidenten, Erbgroßherzogs Guillaume, getroffen. Darüber hinaus fand ein Runder Tisch zur Coronakrise statt. In dessen Zentrum stand das Thema der Interantionalisierung. Diese gestaltet sich schwierig, weil traditionelle Instrumente wie Messen oder Wirtschaftsmissionen coronabedingt abgesagt werden mussten. Vielfach dient die Digitalisierung mit Visiokonferenzen oder E-Messen als Ausweg, stösst jedoch da an ihre Grenzen, wo es auf persönliche Kontakte ankommt.

Neunter Standort

Bislang gibt es acht Trade and Investment Offices (LTIO) an folgenden Standorten: Abu Dhabi; New York; San Francisco; Seoul; Shanghai; Taipei; Tel Aviv und Tokyo. Casablanca wird somit der neunte Standort. Die Einrichtung eines LTIO in Casablanca wurde während der Wirtschaftsmission vergangenen Herbst festgelegt, die noch unter Wirtschaftsminister Etienne Schneider stattfand. An ihr hatten rund 50 Unternehmen teilgenommen, was eine bemerkenswerte Zahl für eine Veranstaltung dieser Art ist, wie Frieden anmerkte. Besonders beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer seinerzeit vom hochmodernen Hafen in Tanger. „Casablance ist das Tor zum afrikanischenKontinent“, versicherte Fayot den Journalisten. „Darüber hinaus hat Marrokko komplementäre Bereiche wie beispielsweise eine starke Digitalisierung.“ Ein Vorteil sei auch die dort verbreitete französische Sprache. Die Gastgeber hätten sich indes sehr interessiert an der Luxemburger Kompetenz in Sachen Cybersicherheit gezeigt.
Fayot kündigte an, dass die LTIOs jetzt personell aufgestockt werden. Denn sie seien nicht nur für das Thema Investments in Luxemburg Ansprechpartner, sondern auch für den Handel. Dafür gebe es nun an jedem LTIO einen designierten Mitarbeiter. „Bei einem kleinen Land hängt der Wohlstand an der Wirtschft, deshalb ist die Internationalisierung doppelt so wichtig“, insistierte Frieden. 80 Prozent der Ex- und Importe Luxemburgs kämen aus dem Ausland. Deshalb werde die Handelskammer dies weiter mit E-Missions und E-Transfers unterstützen. „Die Globalisierung wird nicht aufhören“, sagte Frieden. „Wir bereiten im November eine E-Mission mit China vor; das bleibt ein wichtiger Markt.“

Die Internetseite für digitales Marketing soll Unternehmen konkrete Hilfestellung geben. Sie wurde von der Handelskammer und dem Wirtschaftsministerium erstellt.

www.digitalguide.tradeandinvest.lu