LUXEMBURG
INGO ZWANK

CHL: Seit einiger Zeit kommt der modernste Chirurgie-Roboter seiner Art zum OP-Einsatz

Seit Mai 2018 hat die Roboterchirurgie Einzug im „Centre Hospitalier de Luxembourg,“ gehalten. „Optimale Versorgung für den Patienten heißt nicht nur kompetente Ärzte, sondern auch das entsprechende Equipment bereitzustellen“, sagte Dr. Romain Nati gestern im Rahmen einer Pressekonferenz. In diese Ausrichtung reihe sich nun der neue Chirurgie-Roboter Da Vinci Xi nahtlos ein, der modernste Roboter, den es aktuell auf der Welt gibt, erläutert Nati mit Blick auf den Apparat, der immerhin 2,2 Millionen Euro gekostet hat. Aktuell seien bereits vier Chirurgen an dem Roboter ausgebildet, „weitere aus anderen Abteilungen kommen noch hinzu“, so Nati.

In unterschiedlichen Bereichen im Einsatz

Am CHL können Patienten bereits in mehreren Bereichen von der neuesten Generation chirurgischer Roboter profitieren, so in der Verdauungs- und Thoraxchirurgie als auch der urologischen Chirurgie. In den kommenden Monaten wird der Roboter auch in den Bereichen der gynäkologischen Chirurgie und der Kinderchirurgie eingesetzt, wie die Verantwortlichen ausführten. Das Da Vinci Xi-System sei Roboter-assistierte Chirurgie auf dem neuesten technischen Stand.

„Mehr als 15 Jahre Erfahrung stecken in der vierten Generation dieses Systems“, wie es vom Hersteller Intuitive Surgical in der Beschreibung heißt. „Neben der HD-Kamera werden hier drei weitere Operationsarme vom Operateur an einer Konsole gesteuert“, sagt Nati weiter. Die Übertragung der Bewegungen erfolge ohne Zittern, komplexe chirurgische Abläufe könnten auf engstem Raum reproduziert werden. Das integrierte FireFly-Fluoreszenz-System mache beispielsweise Wächterlymphknoten, kleinste Tumore und die Durchblutung in Echtzeit sichtbar, wie das System weiter beschrieben wird.

Die medizinische Direktorin des CHL, Martine Goergen, sagte zur Arbeitsweise des OP-Computers: „Der Roboter ist so eine Verlängerung des Arztes, aber eben wesentlich präziser“, und dies mit einem wesentlich kleineren Eingriff, bedingt „durch ein wesentlich kleineres Arbeitsfeld“, ergänzte Dr. Juan Azagra. Die manuellen Fähigkeiten des Operateurs würden so durch das DaVinci-System maximal optimiert. Die Naht selbst kleinster Strukturen sei möglich durch die mikroskopische Vergrößerung.

Einer hält die Kamera...

Dieses neue Werkzeug sei eine echte Erweiterung und Verlängerung der Hand „und der Augen des Chirurgen“, sagte Goergen, wobei sich die Technologie quasi über vier Arme erstrecke: „Einer hält die Kamera, während die anderen die chirurgischen Instrumente wie Skalpell, Schere, Pinzette halten.“ Der Chirurg sei nicht mehr auf der Oberseite des Patienten platziert, sondern führe die chirurgischen Eingriffe mit Joysticks von seiner Konsole aus durch. „Finger- und Handgelenkbewegungen werden skaliert, gefiltert und sofort ausgeführt, in hochpräzise Mikrobewegungen in den Armen des Roboters umgesetzt“, sagte Goergen. Man meine, man wäre ein „kleines Männchen“ im Körper des Patienten, und doch ist man nicht mehr am Patienten dran, beschreibt Goergen. Dies mindere auch das Infektionsrisiko und fördere auch die Genesung, sagte Goergen. Und doch: „Es ist der Chirurg, der operiert und nicht der Roboter“, so Azagra.

Herausragend sei auch die Table-Motion-Funktion, die verschiedenste Blickwinkel in das Operationsgebiet erlaube, ohne die DaVinci-Verbindung unterbrechen zu müssen, sagte Azagra bei der Vorstellung an der Konsole.

Neben dem Operationsroboter gibt es auch eine Ausbildungskonsole, an der der Ausbilder alle Schritte des Operateurs verfolgen und auch eingreifen kann - eben ein bisschen wie in der Fahrschule. „Eine wichtige Komponente im Bereich der Ärzteausbildung“, sagte Nati, würden doch alle angehenden Ärzte irgendwann einmal den Weg ins CHL im Rahmen ihrer Ausbildung finden.

CHL Innovation Days, am 16. und 17. März - www.chl.lu