LUXEMBURG
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Gesundheitsquadripartite: Ausgaben der Krankenversicherung wachsen 2020 um 22,4 Prozent

Luxemburgs Krankenversicherung wird in diesem Jahr laut letzten Schätzungen wohl mit einem operationellen Defizit von 551 Millionen da stehen, wo 2019 auf Ebene der laufenden Geschäfte ein Überschuss von 102 Millionen Euro verzeichnet wurde. Die Gesundheitsquadripartite traf sich gestern in der Handelskammer, um die finanzielle Situation der „assurance maladie-maternité“ wie auch den finanziellen Ausblick für 2020 und 2021 auszuwerten. Neben Sozialversicherungsminister Romain Schneider (LSAP), Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) und Finanzminister Pierre Gramegna (DP) sitzen in diesem Format die Vertreter von Gewerkschaften, Patronat und Pflegedienstleistern mit am Tisch.

Laut Angaben der Regierung steigen die Ausgaben für 2020 um 22,4 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. „Normal“ wäre eine Zunahme um sieben Prozent. Das kumulierte Gesamtsaldo dürfte damit von 971,7 Millionen Euro auf 420,7 Millionen zurückfallen. Gleichwohl ist in diesem Ergebnis noch nicht die finanzielle Beteiligung des Staates an den „Covid-19“-Maßnahmen inbegriffen, die die Krankenversicherung übernimmt. Die genaue Abrechnung könne erst im Laufe des zweiten Semesters dieses Jahres erfolgen.

Weiteres Minus für 2021 erwartet

Für das kommende Jahr gehen die letzten Schätzungen von einem Minus von 214,8 Millionen Euro (laufende Operationen) aus. Diese finanzielle Situation erklärt sich laut Mitteilung des Gesundheits- und Sozialversicherungsministerium zum Teil durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie und die Eindämmungsmaßnahmen der Regierung. Der erweiterte Sonderurlaub aus familiären Gründen und die Einführung des Sonderurlaubs „pour soutien familial“ bedeuten Ausgaben in Höhe von 300 Millionen Euro. Durch die direkte Übernahme des Krankengeldes durch die Krankenversicherung zwischen dem 1. April und dem letzten Tag des Monats der Krise entstehen zusätzliche Kosten in Höhe von 156 Millionen Euro.

Sozialversicherungsminister Romain Schneider (LSAP) betonte gestern erneut die Notwendigkeit dieser Maßnahmen, um das Einkommen vieler Versicherter abzusichern. Das zentral im Sozialversicherungssystem und insbesondere in der Krankenversicherung verankerte „Solidaritätsprinzip (,,,) hat funktioniert“, erklärte Schneider und habe dabei geholfen, die sozialen Folgen der sanitären Krise abzufedern.

Regierung hält an Leistungsverbesserungen fest

Die Regierung will darüber hinaus auch an für Ende 2020 und 2021 geplanten Leistungsverbesserungen beziehungsweise der Einführung neuer Leistungen festhalten. „Die Verbesserungen der Leistungen, die in der Vergangenheit zurückbehalten wurden, werden im Interesse der Versicherten umgesetzt“, versicherte der LSAP-Minister.