LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Umfrage: Für Mehrheit der Luxemburger entwickeln sich die Dinge in Luxemburg in die richtige Richtung - Wohnen, Klimafragen und Lebenshaltungskosten bereiten Sorgen

Neun von zehn Einwohnern des Landes schätzen die wirtschaftliche Lage Luxemburgs als gesund ein und knapp 60 Prozent sind der Ansicht, dass sehr allgemein gesprochen die Dinge im Großherzogtum in die richtige Richtung gehen. Gleichzeitig verdeutliche die Eurobarometer-Umfrage von November 2019 in aller Deutlichkeit die wahrgenommene Wohnungsproblematik. 70 Prozent der Luxemburger und Ausländer im Land bezeichnen die Lage auf dem Immobilienmarkt als eines der größten Probleme. Im EU-weiten Durchschnitt sind es gerade einmal zwölf Prozent. Laut Tommy Klein von TNS Ilres ist dieser Prozentsatz seit 2016 noch einmal um 20 Prozent gewachsen. Eine immer größere Priorität kommt Umwelt-, Klima- und Energiefragen zuteil, die 24 Prozent der Befragten als eine von zwei Hauptproblemen des Landes bezeichnen. An dritter Stelle nennen Menschen in Luxemburg Preissteigerungen, Inflation und die Lebenshaltungskosten (15). Befragt man Bürger des Landes indes nach den Problemen, die in ihrem Alltag Sorgen bereiten, rangiert dieser Aspekt auf Platz 1. Seit mehreren Jahren nennt ein Viertel der Umfrageteilnehmer (28 Prozent) das Bestreiten des teuren Alltags in Luxemburg als Problem. Zudem muss man einen Zusammenhang zu den hohen Kosten fürs Wohnen sehen. Den Spitzenplatz teilt sich dieses Phänomen mit Umwelt- und Klimafragen, gefolgt vom Bildungswesen (13 Prozent).

Eine Momentaufnahme

Tommy Klein und Yuriko Backes, die Chefin der Vertretung der EU-Kommission in Luxemburg, stellten die Ergebnisse der Herbst-2019-Umfrage gestern im Europahaus vor. Sie betonten bei dieser Gelegenheit, dass solche EU-weiten Umfragen „keine exakte Wissenschaft“ und eine Momentaufnahme darstellten. 510 Menschen wurden zu diesem Zweck im November des Vorjahres befragt. Anders als in anderen Studien üblich werden bei dieser Art Umfrage auch die Ansichten von Nicht-Luxemburgern im Land (41 Prozent) berücksichtigt.

So geht aus der als repräsentativ bezeichneten Umfrage hervor, dass 68 Prozent Vertrauen in die luxemburgische Regierung und 56 Prozent in das nationale Parlament haben - fast doppelt so hoch wie im EU28-Durchschnitt. Etwas weniger als zwei Drittel schenken hingegen EU-Parlament und Kommission ihr Vertrauen. Hier fällt der Unterschied zu den Bürgern anderer EU-Staaten weniger ausgeprägt aus.

Bleiben wir bei Europa: Fällt die Einschätzung der Einwohner zur luxemburgischen Wirtschaftssituation positiv aus, zeigt sich mit Blick auf die Staatengemeinschaft ein nuancierteres Bild. Knapp 60 Prozent sehen die Konjunktur in der EU unter guten Vorzeichen. In etlichen anderen Staaten ist man da zuversichtlicher. Noch pessimistischer fällt der Blick auf die Gesamtentwicklung der Europäischen Union aus. Mehr Menschen im Großherzogtum blicken pessimistisch(38 Prozent) in die Zukunft der EU als positiv (34 Prozent).

Hälfte der Teilnehmer siehtDesinformation als Problem in Luxemburg

Äußern konnten sich die Umfrageteilnehmer auch zum Thema Desinformation. In Luxemburg sind für knapp die Hälfte der Menschen Falschinformationen oder fehlerhafte Darstellungen ein Problem, wo es im EU-Schnitt fast drei Viertel sind. Vergleichbar mit EU-Werten (64 Prozent in Luxemburg) ist indes die „häufige“ Begegnung mit Desinformation. Offen bleibt dabei, wo Bürger auf Falschinformationen treffen.