COPAS zieht Covid-Zwischenbilanz und fordert Anerkennung des Sektors

Nach Einschätzung des COPAS-Präsidenten Marc Fischbach hat der Sektor der Pflegedienstleister die Coronakrise bislang „ordentlich“ bewältigt. Der Vorsitzende des Dachverbands mit 54 Mitgliedern, allen voran Alten- und Pflegeheimen, machte diese Feststellung an offiziellen Statistiken des Gesundheitsministeriums fest. Seit Beginn der Pandemie seien demzufolge 313 (von 5.925) Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. 68 Personen seien an den Folgen der Krankheit verstorben. Fischbach gab zu bedenken, dass es sich um eine der gefährdetsten Bevölkerungsgruppen handele. Dass Covid-19 nicht weitere Opfer forderte, sei zweifelsfrei auf das Verantwortungsbewusstsein der Leitungen der einzelnen Häuser zurückzuführen, die die Empfehlungen des Gesundheits- beziehungsweise des Familienministeriums umsetzten, meinte Fischbach, seit 2012 Vorsitzender des Dachverbands. Aufgrund der unterschiedlichen Begebenheiten in den jeweiligen Strukturen, beispielsweise architektonischer Natur, sei klar, dass es „nicht möglich war, eine gemeinsame Linie zu fahren, um alle Empfehlungen möglichst einheitlich umzusetzen“. Diese Verantwortung, ihre Bewohner zu schützen, könne man den Verantwortlichen der jeweiligen Einrichtungen nicht abnehmen.

54 Einrichtungen mit 11.000 Mitarbeitern

Insgesamt bewertete Fischbach die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Ministerien als „gut und vertrauensvoll“. Das Gesundheitsministerium habe die COPAS „von Anfang an mit an Bord genommen“. Familienministerin Corinne Cahen (DP) habe ihrerseits die „Häuser immer wieder unterstützt“ und ihre „Aufgabe wahrgenommen“, indem sie die Verantwortung über die Covid-Maßnahmen den Direktionsbeauftragten ließ. Das COPAS-Fazit nach sechs Monaten ist allerdings nicht nur positiv. Der Bereich Handicap sei „lange Zeit“ nicht genauso berücksichtigt worden wie der Bereich der Alten- und Pflegeheime. Auch die Indikatoren zum Sammeln von Daten seien lange unklar gewesen, was Fischbach „auch auf mangelhafte Kenntnisse des Sektors“ seitens der „Santé“ zurückführte. Er habe den Eindruck, dass der Sektor nicht als einer der zentralen Akteure des sogenannten „extrahospitalier“ anerkannt werde. Da bleibe „viel Diskussionsbedarf“.
Die COPAS vertritt eigenen Angaben zufolge 54 Einrichtungen mit 11.000 Mitarbeitern von Betreuungsstätten für Menschen mit einer Behinderung über betreute Wohneinrichtungen bis hin zu ambulanten Pflegediensten.
Handlungsbedarf sieht der Dachverband indes in der großen Abhängigkeit von Arbeitskräften aus der Großregion. „Praktisch 40 Prozent“ des Personals stamme aus den Nachbarländern. Fischbach sprach von einem „dringendem Thema“ für den „Gesundheitstisch“, an dem die COPAS auch teilnimmt.
Positive Anpassungen
Positiv behält die COPAS zurück, dass erstmals Notmedikamente in den Heimen gelagert werden durften und es wohl eine Bereitschaft des Gesundheitsministeriums gebe, dem eine gesetzliche Grundlage zu geben. Auch die Verallgemeinerung der Bereitschaftsdienste für Allgemeinärzte in Alten- und Pflegeheimen stößt bei der COPAS auf Zuspruch. Die „réserve sanitaire“, um Personalengpässe aufzufangen, soll nach Einschätzung Fischbachs auch in Zukunft beibehalten werden.