Wildwasserstrecke für Kajaks wird Realität

Ein Vorprojekt für den Bau einer Wildwasserstrecke für Kajaks am Ortseingang war bereits in der Diekircher Gemeinderatssitzung vom 10.. November 2010 einstimmig beschlossen worden. Nun wurde dieses Projekt, das ebenfalls ein fünftes Rückhaltebecken für das Diekircher Mischkanalsystem vorsieht, ausgeschrieben und der Baubeginn ist für Anfang Mai dieses Jahres vorgesehen.

Zunächst soll das bestehende Sauer-Wehr aus den 1930er Jahren durch ein neues so genanntes Schlauchwehr ersetzt werden. Dabei wird an der Flusssohle ein flexibler Schlauch befestigt, der mit Wasser gefüllt werden kann. Dadurch erhebt sich die Schlauchoberkante (durch Volumenzunahme) weiter nach oben und stellt für den Wasserzufluss mehr und mehr ein Hindernis dar. Durch entsprechendes Auffüllen oder Leeren des Schlauches kann der Wasserstand der Sauer reguliert werden. Das so aufgestaute Wasser kann in einen neuen künstlichen Nebenarm der Sauer fließen. Dieser hat eine Länge von 160 Meter mit einem Höhenunterschied von 1,7 Meter und ist als Wildwasserstrecke ausgelegt. Hier können mobile Hindernisse eingebaut werden, um das Kanufahren zu erschweren.

Einzige Kajakstrecke des Landes

Die einzige Kajakstrecke des Landes kann von Kanuspezialisten und Touristen genutzt werden. Außerdem wird die verbesserte Wasserregulierung den Hochwasserschutz im mittleren Sauertal verbessern. Die bestehende Holzbrücke in Diekirch soll durch eine Fußgängerbrücke aus Stahlbeton, die über das Schlauchwehr des Flusses und die Kanustrecke gespannt wird, ersetzt werden. Über eine Fischleiter können die Fische das Wehr überwinden. Ein 180 qm großer Anbau an das Gebäude mit der „Al Schwemm“-Gaststätte wird genug Platz für Umkleide- und Lagerräume bieten.

Die Kosten teilen sich die Gemeinde Diekirch und verschiedene Ministerien. Die Bauzeit beträgt laut Ausschreibung 220 Arbeitstage. An gleicher Stelle baut das Abwassersyndikat SIDEN ein fünftes Überlaufbecken für das Mischkanalsystems im Westteil der Sauerstadt.

Naherholungsgebiet

Gleichzeitig wird ein Weiher im direkten Umfeld der Kajakstrecke neugestaltet. Das Gewässer war dabei zu versanden und war von Wildwuchs bedroht. Um die Biodiversität mit seltenen Pflanzen zu erhalten und den Fischen Laichmöglichkeiten zu geben, war eine komplette Sanierung notwendig. Der 200 Meter lange und 40 Meter breite Weiher wurde bereits teilweise ausgebaggert und das Ufer wurde vom Wildwuchs befreit. Durch Neubepflanzungen wird der Weiher und das Umfeld in den Naturpark „A Bedingen“ integriert. Schließlich werden die Tennisfelder ins Sportareal verlegt und somit wird der Stadtpark vergrößert.

Mit diesen Projekten wird der Ortseingang aufgewertet und in ein Naherholungsgebiet erster Güte umgestaltet. Sollte sich während der nächsten Jahre die Wasserqualität der Sauer verbessern, könnte im gleichen Areal wieder ein Flussbad wie in den 1950er Jahre entstehen. LJ