SCHENGEN
PATRICK WELTER

Premier Xavier Bettel und Weinbauminister Schneider trafen sich mit den Winzern

Eigentlich ein Unding, aber Xavier Bettel räumte es freimütig ein. Gestern war er zum ersten Mal in seinen bisher sieben Amtsjahren als Premier bei der Weinlese dabei. Gemeinsam mit Landwirtschafts- und Weinbauminister Romain Schneider traf er am Markusturm oberhalb von Schengen die Vertreter des luxemburgischen Weinbaus. Der Regierungschef und der Minister beließen es nicht beim Reden, sondern griffen zur Weinbergschere und packten – ein bisschen – mit an. Was prompt von Josy Gloden, Präsident der Vinsmoselle, und Ernest Schumacher, Präsident der Privatwinzer, mit zwei großen Präsentkörben mit den entsprechenden Mosel-Produkten honoriert wurde.

Premier Bettel betonte den qualitativen Wandel den der luxemburgische Wein in den vergangenen 30 Jahren vollzogen hat. Von der Masse hin zu einer immer höheren Qualität. Er betonte den Willen die heimische Wirtschaft in diesem besonderen und ungewöhnlichen Jahr finanziell zu unterstützen die Regierung müsse einfach Geld ausgeben um bestimmten Sektoren das Überleben zu sichern. Diese Summen seien gut angelegt.

Landwirtschafts- und Weinbauminister Romain Schneider lobte die gute Moral, die trotz der Corona-Krise an der Mosel herrscht. Dabei sei man schon auf das Schlimmste vorbereitet gewesen – der komplette Ausfall der ausländischen Saisonarbeiter zur Lese. Man hätte dann mit einem Plan B ausreichend inländische Arbeitskräfte angeworben. Aber glücklicherweise sei die Lese mit den gewohnten Kräften gut verlaufen. Schneider strich die exzellente Qualität der 2020er Trauben hervor.

Aus Kreisen der Winzer war aber zu erfahren, dass – bei aller guten Qualität – die anhaltende Trockenheit ihren Tribut verlangt hat und es Einbrüche bei der Traubenmenge zwischen 20 und 40 Prozent gibt. Auf der Habenseite ist natürlich zu verbuchen, das es auf Grund der Trockenheit dieses Jahr keine herkömmlichen Pilzkrankheiten gab. Langfristig muss man an der Mosel doch über alternative Lösungen nachdenken: Andere Sorten, die mit den veränderten klimatischen Bedingungen zu Recht kommen – die gepflanzten Merlot-Reben sind noch zu jung um ein Fazit zu ziehen – oder man greift zu einer Bewässerung der Weinberge.