CLAUDE KARGER

„Luxemburg, die Papaya der internationalen Tanzszene“, titelte gestern das „T“ neugieranregenderweise. Und tatsächlich offenbart das Interview mit Choreograf Jean-Guillaume Weis Interessantes. Etwa, dass Luxemburg als eines der wenigen Länder weltweit noch kein eigenes Tanzensemble besitzt, obwohl das Großherzogtum glatt auf internationalem Parkett als Rohdiamant glänzen könne. „Wir sind die Exoten in der Szene. Neue Ensembles sind begehrt wie eine neue Obstsorte, eine Papaya, die plötzlich jeder essen will“. Ja, das Ländchen kann in der Welt auch mit einer Menge schmackhafter künstlerischer Früchte punkten und nicht nur mit „Trockenkost“ wie Sicavs, Superbenzin, Stahl und „Space Mining“... Dabei birgt Luxemburg noch eine ganze Menge Geheimnisse. So ist es beispielsweise noch nie gelungen, den „Wählerwillen“ zu fassen, auch den demoskopiefestesten Demoskopen nicht. Auf die sollte aber mehr zurück gegriffen werden. Findet beispielsweise der CSV-Boss im „Land“. „Wir machen oft Politik ins Blaue“, bedauert der Mann, der aber doch seine Mitstreiter monatelang in Sandalen und im Radlerdress über Land geschickt hat, um abzutasten, wo der Schuh bei den Luxemburgern drückt. Allerdings schleckten da schon viele Bürger Papaya-Eis am Strand....