LUXEMBURG
SVEN WOHL

Spielkritik zu „Injustice: Gods among us“

Prügeleien sind eine streng japanische Angelegenheit. Der Eindruck ergibt sich bei den Videospielen, sind doch die meisten großen Serien des Genres fest in fernöstlicher Hand: „Street Fighter“, „Tekken“, „Marvel versus Capcom“, „Darkstalkers“, sie alle sind Traditionsserien. Die einzige Serie, die aus dem Westen kommt und länger als ein Jahrzehnt aushielt ist und bleibt „Mortal Combat“, die eigentlich ursprünglich hauptsächlich durch blutige Effekte Aufmerksamkeit ergattern konnte. Der Neustart im Jahr 2011 brachte der Serie jedoch eine neue, spielerische Tiefe. Der Hersteller „NetherRealm Studios“ etablierte sich damit als ein zuverlässiger Entwickler im Genre.

Hilfe über Grenzen hinweg

Kein Wunder also, dass ein neues Prügelspiel mit altbekannten Helden und Bösewichten aus dem DC-Universum von eben diesem Team übernommen wird. Zum zweiten mal dürfen sie sich an die berühmten Comicfiguren Batman, Superman und Co. heranwagen. Dabei wurde ein bemerkenswert großes Augenmerk auf die Geschichte gelegt. So gelingt es dem Joker, Superman hereinzulegen, so dass dieser seine eigene Familie umbringt. In einem Wutanfall tötet der sonst so friedfertige Superheld den Joker und errichtet ein tyrannisches Regime. In dieser Diktatur haben normale Menschen nichts mehr zu suchen. Batman trotzt als letzter der Tyrannei und holt mithilfe eines Dimensionsportals andere Versionen der Helden in sein Paralleluniversum um die Situation zu bereinigen.

Reichlich inkonsequent

Es handelt sich also wieder um eine Paralleluniversums-Geschichte, ein Griff, der bei Comicserien äußerst typisch ist, erlaubt er doch die Figuren aus einem anderen Blickwinkel darzustellen, ohne dabei tatsächlich irgendeine Art der Weiterbildung eines Charakters einzugehen müssen. Die Inszenierung ist mehr als gelungen und integriert die eigentlichen Kämpfe perfekt. Diese Kämpfe fühlen sich ganz ähnlich wie beim letzten „Mortal Kombat“ an und kombinieren leichte, mittlere und schwere Attacken mit Griffen und Superattacken. Das spielt sich schnell und flüssig, erfreut einen mit einer breiten Auswahl an illustren Gestalten, die sich sehr unterschiedlich spielen und gut in Szene gesetzt sind. Vor allem der Soundtrack weiß die heroische Action passend zu untermalen und verleiht Schlägereien ein greifbar episches Feel. Was nach einigen Stunden des Spielens leider stört, sind die teils zu langen Superattacken, deren ausartenden Animationen den Spielfluss zum Stillstand bringen. Abseits davon ist „Injustice: Gods among us“ Comic- und Genrefans vollkommen zu empfehlen (Erhältlich für Xbox 360, PlayStation 3 und Wii U bei „Le Reservoir für 60 Euro).