LUXEMBURG
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adr und Piraten beschließen Zusammenarbeit im Rahmen einer „technischen Gruppe“

Wie gestern aufgrund einer Pressemitteilung des adr bekannt wurde, werden die „Alternativ Demokratesch Reformpartei“ und die „Piratepartei“ in Zukunft als technische Gruppe im Parlament zusammenarbeiten. Dies ist gemäß Kapitel vier der Verordnung des Parlaments erlaubt: „Les députés qui ne font pas partie d’un groupe politique et ceux qui ne sont pas apparentés à un groupe politique peuvent former un groupe technique“.

Mehr Geld und mehr Redezeit

Die neue „technische Gruppe“ muss jetzt einen Koordinator ernennen, der das gleiche Statut erhält wie ein Fraktionspräsident. Auch bekommt der Koordinator ein Mitspracherecht in der Präsidentenkonferenz und im Kammerbüro, derweil die „technische Gruppe“ auch in der Geheimdienstkontrollkommission vertreten sein wird. Daneben bekommt die neue Gruppe mehr Geld und mehr Redezeit während den öffentlichen Parlamentssitzungen.

Der adr-Abgeordnete Fernand Kartheiser wurde zum ersten Koordinator ernannt; ab dem 1. Januar des nächsten Jahres übernimmt dann Gast Gibéryen, der als dienstältester Abgeordneter bis zur Vereidigung der neuen Regierung momentan noch den Kammervorsitz innehat, das Amt des Koordinators. Die Koordination wird die ersten 40 Monate von der adr übernommen, ehe dann die Piraten für 20 Monate einspringen. Die Zusammenarbeit beider Parteien bedeutet jedoch anscheinend keine politische Annäherung, wie aus dem Schreiben der adr hervorgeht.

Die Zusammenarbeit beider Parteien stieß gestern auf viel Kritik. Der frühere LSAP-Fraktionschef Alex Bodry schrieb auf Twitter von einer „erstaunlichen Koalition“, derweil der „déi Lénk“-Abgeordnete Marc Baum auf Facebook von einem „stoarkt Stéck vun de Piraten“ sprach: „En technësche Grupp bedäit nämlëch (ausser méi Fric a méi Personal) virun allem, datt een eng gemeinsam Stëmm an der Presidentekonferenz huet. Daat heeescht: déi nächst 40 Méint vertrëtt de Gast Gibéryen d’Piraten, an déi lescht 20 den Sven Clement d’ADR. Il faut le faire! Steet no der Zusemmenoarbécht mam ADR-Ofleeër PID elo déi eigentlëch Zesummenoarbécht mat der ADR fir d’Piraten an d’Haus?“

Intern soll es bei den Piraten indes einen heftigen Shitstorm gegeben haben, ist ein Teil der Mitglieder doch alles andere als erfreut über die Zusammenarbeit mit der adr. Andy Maar von der Piratenpartei zeigt sich jedenfalls auf Facebook entsetzt: „Virun eppes méi ewéi engem Mount hunn ech nach an engem Video gesot, et sollt een déi réckwärtsgewanten Iddien vun der ADR net an d’Parlament verhëllefen an dofir d’Piraten wielen. Haut héieren ech, datt eis Partei et elo erméiglecht, datt d’ADR bei hire Sujeten ë.a. méi laang schwätzen kann. Ech verstin duerchaus d’Virdeeler vum Groupement technique, allerdéngs kann ech et net verstoen, datt een elo awer seng Meenung ännert. Sorry, dat ass en NoGo! Dat kritt een kengem erklärt. No deem Walkampf an dëser Aktioun brauch d’Partei elo dréngend e Reboot an erem kloer Linnen.“