LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Erste Auflage des Bicycle Art and Film-Festival startet heute

Drahtesel auf der Leinwand? Da kommt den meisten vielleicht der Mann der tausend Grimassen, Louis de Funès in den Sinn, der mit Komiker-Kollege Bourvil im besetzten Frankreich durch die Bourgogne radelt, um in die freie Zone zu gelangen. In luxemburgischen Produktionen wird wenig geradelt, von Jean-Louis Schullers Dokumentation „The Road Uphill“ einmal abgesehen, in der Schuller die beiden Schleck-Brüder bei der Vorbereitung zur Tour de France begleitet. Mit diesem Dokumentarfilm gibt es an diesem Wochenende ein Wiedersehen auf dem Bicycle Art and Film-Festival, kurz BAFF, das von der gleichnamigen BAFF A.s.b.l. organisiert wird. Wie der Name des Events unmissverständlich andeutet, spielt das Medium Film eine tragende Rolle. Das Programm der ersten Auflage hat Gosia Lawer, eine der Koordinatorinnen des Festivals zusammengestellt. Lawer hat während Monaten die Programmlisten internationaler Fahrrad- oder Mountainbike-Filmfestivals wie jene in New York oder in Edinburgh durchforstet, um Filme zu finden, die sich für das BAFF eignen.

Festivaleröffnung mit Mountainbike

Auf einen der Kurzfilme, die im Rahmen eines Kurzfilmabends im CarréRotondes gezeigt werden, stieß Lawer auf der Homepage der Festivals im schottischen Edinburgh. Der Kontakt zu den Kurzfilmemachern lasse sich ziemlich einfach herstellen, heißt es seitens der Veranstalter. Die Regisseure würden sich freuen, wenn man als Veranstalter an sie herantrete, um ihre Arbeiten öffentlich zu zeigen, erklärt Gosia Lawer dem „Journal“ gegenüber. Diese Filmschaffenden haben Verständnis dafür, dass das Budget, das die A.s.b.l. für das Festival aufbringen kann ziemlich niedrig ist und stellen den Organisatoren ihre Werke für die Projektion in der Regel gratis zur Verfügung. Damit die von den Organisatoren ausgewählten Spielfilme am Wochenende gezeigt werden können, musste oft intensiv mit Produzenten oder Filmverleihern verhandelt werden, ehe die A.s.b.l. grünes Licht für die Projektion bekam. Die Filme sollten u.a. visuell anspruchsvoll sein, so die Aussage der Organisatoren. Aus diesem Grunde zeige man beispielsweise den Mountainbikefilm „Where the trail ends“. Die Spielfilme laufen alle in der Cinémathèque, die Kurzfilme im CarréRotondes. Das Filmhaus war an die junge Vereinigung herangetreten und hatte ihr eine Zusammenarbeit angeboten.

Neben den Filmen ist auch die Streetart ein wichtiger Pfeiler des Festivals. Streetartkünstler Yuri Hopnn wird an beiden Festivaltagen im CarréRotondes anzutreffen sein, wo er aktuelle Werke zeigt und ein Fahrrad-Graffiti an eine der CarréRotondes-Wände aufträgt. BAFF-Mitglied Gosia Lawer hatte Hopnns Arbeiten in Paris entdeckt und konnte ihn für eine Ausstellung in Luxemburg gewinnen.