LUXEMBURG
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Nach dem trockenen Jahr 2018 sorgt sich André Bauler (DP) um die Trinkwasserreserven

Egal wo der Klimawandel herkommt, 2018 war eines der trockensten Jahre, seit dem es amtliche Wetteraufzeichnungen gibt. Was natürlich auch sinkende Wasserstände in Flüssen und Bächen mit sich brachte. Es stellt sich die Frage, ob sich die ober- und unterirdischen Trinkwasserreserven in diesem Winter wieder auffüllen können. Anlass genug für den liberalen Nord-Abgeordneten André Bauler, umfassende Fragen an Umweltministerin Carole Dieschbourg (déi gréng) zu stellen.

Zunächst fragte Bauler nach einer statistische Übersicht über die gemessenen Wasserstände an den luxemburgischen Wasserläufen und im Trinkwasserreservoir Obersauer-Stausee. Die zweite Frage beschäftigte sich mit einer möglichen Aufklärung der Verbraucher über einen sparsamen Umgang mit Trinkwasser - falls sich die Trinkwasserreserven nicht bis zum Februar 2019 erholt haben.

Dieschbourg antwortete auf die Fragen von Bauler extrem ausführlich, unter anderem erläuterte sie die verschiedenen statistischen Modelle, nach den die Wasserstände überprüft, beziehungsweise berechnet werden.

Es kommt darauf an

Grundlagen sind Messungen von Meteolux, ASTA, LIST und Wasserwirtschaftsamt. Danach ist das Jahr 2018 meteorologisch „signifikant“ vom statistischen Mittel abgewichen. Auf internationaler Ebene gehört Luxemburg der Kommission zum Schutz von Mosel und Saar an, die ein Netz von Messstellen (Pegeln) hat, deren Ergebnisse veröffentlicht werden. Zu dem System gehören sechs luxemburgische Messstationen. Zur statistischen Erfassung der Wasserstände wird ein Niedrigwasserindex namens NM7Q (niedrigster Stand der letzten sieben Tage) angewandt. In Bezug auf die verschiedenen luxemburgischen Gewässer ergibt sich aber ein Bild, das zu nichts anderem als der Erkenntnis „Es kommt darauf an!“ führt. Während die Bäche im Ösling wie die Wiltz oder die Clerf sehr stark auf den Regenmangel reagiert haben, bleiben die Wasserstände im unterirdischen Trinkwasserspeicher des luxemburgischen Sandsteins und der Weißen und Schwarzen Ernz stabil. Offenbar spielen die lokalen Verhältnisse eine wichtige Rolle, wenn es um die Wasserstände in den luxemburgischen Flüssen und Bächen.

Es fällt auf, dass das Umweltministerium keine übersichtliche Tabelle herausgibt, sondern sich buchstäblich zu jedem Bach äußert, aber nur mit der Aussage „drüber“ oder „drunter“. Der Wasservorrat im Obersauer-Stausee war nach deren Aussage nie gefährdet. Vor dem Winter wurde der Wasserstand im See aus Gründen des vorsorglichen Hochwasserschutzes sogar abgesenkt.

Wassersparen steht auf der politischen Agenda

In Bezug auf die Frage nach der Sensibilisierung der Bevölkerung zum Wassersparen stellt Ministerin Dieschbourg zunächst fest, dass die Niederschlagsmengen in den Wintern 2014/2015, 2015/2016 und 2016/2017 unter dem dreißigjährigen Mittel lagen. Im Frühjahr 2017 habe man die Bevölkerung zum Wassersparen aufgerufen. Der letzte Winter (2017/2018) lag wieder im statistischen Mittel und sorgte für eine Auffüllung der Trinkwasserreserven.

Mit dem Winter 2018/2019 hat das Wasserwirtschaftsamt begonnen die Wasserstände zu erfassen, ab Februar sollen diese Zahlen monatlich veröffentlicht werden. Im Laufe des Jahres 2019 sollen weitere Studien genaueren Aufschluss auf die Trinkwasserreserven geben. Außerdem stehe im Koalitionsprogramm der Regierung, so Dieschbourg, die Absicht, die Bevölkerung mit geeigneten Mitteln zum Wassersparen anzuhalten.