CLAUDE KARGER

„Gute Freunde kann niemand trennen“, überschrieb das Online-„Essentiel“ am Dienstag ein Bild der Busenfreunde Jean Asselborn und Frank-Walter Steinmeier. Letzterer hatte ersterem, mit dem er in Amman bei einer Konferenz weilte, in seiner Amtsmaschine ein Plätzchen besorgt. „Asselborn fliegt „per Anhalter“ nach Europa“, schlagzeilte das „Essentiel“. Dass die beiden Sozialistenmenschen, die wahrscheinlich sogar per Anhalter durch die Galaxis schippern würden, mehr eint als die Diplomatie, ist ja bekannt. Dass Steinmeier den Freund aus Steinfort schon mal mitreisen ließ, auch. 2012 enthüllten die beiden im TV-Talk bei Lanz, dass sie auf dem Rückweg aus Lateinamerika schon einmal nackt nebeneinander in einem Flieger geschlafen hätten, den ehemals die DDR-Führung nutzte. „Wir lagen aber in getrennten Betten“, hatte Asselborn damals erklärt und dass er aus „einer armen Familie kommt, in der man keine Pyjamas kannte“. Arg bemitleidenswert... Allerdings weniger als der Erbgroßherzog, der sich sehr für die Wirtschaft interessiert und unablässig Betriebe besucht, darunter am Dienstag eine Metzgerei. Und das ausgerechnet an seinem Hochzeitstag. Was musste er da geschmacklose Schlagzeilen über sich ergehen lassen. Das ostbelgische „Grenzecho“ titelte gar mit „Blaues Blut im Schlachthof“. Guten Appetit.