Nein, wir spielen hier nicht auf die Bibberkälte an, die Luxemburg nach wie vor im eisigen Griff hat. „Glaube an baldigen Frühling offiziell als Religion anerkannt“, frustet bereits der Satire-Blog der-postillon.com. Deutlich mehr Sorgen bereitet allerdings die Abkühlung der innereuropäischen Beziehungen. „Im Jahre vier der Schuldenkrise zeigt die Solidarität unter den Eurostaaten Verschleisserscheinungen. Längst ist den einzelnen Mitgliedstaaten die eigene, nationale Haut näher als der Euro-Rock des Nachbarn“, schauert sich die „Wort“-Leitartiklerin. Dass die Solidarität den Bach hinunter geht, beobachtet der Europaabgeordnete Roby Goebbels schon längst und beschreibt in seiner „t“-Tribüne „Nationale Egoismen zu Biedermerkel-Zeiten“ etwa die „Teppichhändel“ ums EU-Budget. Wobei sich natürlich jeder am Ende als Sieger hinstellt. Als Prügelknaben fühlen sich derzeit die Deutschen, denen unser Vizepremier wegen des Zypern/Luxemburg-Vergleichs in aller Schärfe „Hegemoniestreben“ vorwarf. „Obereuropäer“ Juncker legte einen Tick später noch mal nach. „Hier zeigt sich, wie weit das Vertrauen unter den Europäern schon beschädigt ist“, entrüstet sich ein Herr Winter in der Süddeutschen Zeitung. Höchste Zeit, dass endlich richtig Sommer wird.