NIEDERWILTZ
ANDRÉ BAULER

Das Feuerwehrmuseum in Niederwiltz hat seine Türen geöffnet

Vor kurzem öffnete das „Pompjeesmusée an der Géitz“ seine Türen für ein breites Publikum. Auf zwei Ebenen führt die derzeitige Ausstellung durch fast drei Jahrhunderte Luxemburger Feuerwehrwesen.
Jahrelang wurde die Schaffung eines nationalen Feuerwehrmuseums in Erwägung gezogen. Doch dieses Unterfangen kam nur schleppend voran. Erst 2017 sollte es zu einem konkreten Projekt kommen, das denn auch im März 2018 von einer Handvoll tatkräftiger und zielstrebiger Feuerwehrleute in Angriff genommen wurde. Initiator und Ideengeber war Patrick Juncker, ehemaliger Vizepräsident des luxemburgischen Feuerwehrverbandes und Vorsitzender des Kantonalverbandes Redingen. Zusammen mit vier motivierten Feuerwehrveteranen nahm er das Museumsprojekt selbst in die Hand und startete auf eigene Faust die Arbeiten zur Einrichtung einer übersichtlichen, aber dennoch äußerst sehenswerten, teilweise sehr detaillierten Ausstellung, die ihre vorläufige Bleibe in einem ausgedienten Feuerwehrbau im beschaulichen Niederwiltz bekommen sollte.

Praktische Unterstützung von der Stadt Wiltz

Die Wiltzer Stadtverwaltung zeigte sich ohne Umstände bereit, dem Feuerwehrverband die nicht mehr genutzte Feuerwache zur Verfügung zu stellen. Somit wurde ein erster greifbarer Schritt in Sachen Feuerwehrmuseum getan, ohne die Idee einer umfassenderen, pädagogisch ausgerichteten Sammlung gänzlich aus dem Blick zu verlieren.
Übrigens: Die Gemeindeverwaltung der Ardennenstadt vermietete dem Feuerwehrverband das alte Gebäude für einen symbolischen Euro. Die erforderlichen Sanierungs- und Ausbauarbeiten mussten allerdings in Eigenregie mit etwas mehr als 5.500 Arbeitsstunden geleistet werden.

370.000 Euro investiert

Erfreulicherweise waren mehrere Firmen und Sponsoren geneigt, verschiedene Arbeiten zum Nulltarif oder zu sehr günstigen Bedingungen auszuführen. So konnten bis dato insgesamt 370.000 Euro in das Gebäude investiert werden. Die Feuerwehrföderation finanzierte ihrerseits 150.000 Euro, von privater Seite, also von Sponsoren und Partnern, die kam die beachtlich Summe von 220.000 Euro hinzu.
Weder Staat noch Stadt konnten anfangs finanzielle Hilfe leisten, die aber auch nicht erbeten wurde. Da Anfang 2020 eine Subvention vom Innenministerium zugesichert wurde, erhofft man sich nun auch eine ähnliche Unterstützung seitens des Tourismusministeriums. Im Sommer wird eine Unterredung vor Ort mit Tourismusminister Lex Delles stattfinden.

Förderverein kümmert sich um das Museum

Der Förderverein „Frënn vum Pompjeesmusée an der Géitz“ wurde am 21. Dezember 2019 gegründet. Er gehört dem nationalen Feuerwehrverband an. Dem Förderverein obliegt die Aufgabe, das Museum zu führen und mit interessanten Objekten auszustatten.
Unter den Exponaten findet die Besucher unter anderem  eine Feuerspritze aus dem „Kiischpelt“ aus dem Jahre 1913, einen historischen Löschwagen der Stadt Esch/Alzette (1931), Helme aller Art, Formen und Farben, Auszeichnungen und Orden sowie unzählige Geräte, Werkzeuge und Uniformen.

Lebendige Geschichte

Es handelt es sich bei dieser sehenswerten Ausstellung um ein Stück lebendige Geschichte des einheimischen Feuerwehrwesens, das auf sehr anschauliche Weise vor Augen führt, unter welchen Bedingungen und mit welchen Utensilien und Fahrzeugen die Feuerwehrleute im Laufe der Zeit Haus, Hof und Leben der Menschen vor Feuer und Fluten retteten.
www.pompjeesmusee.lu