Entwicklungshilfe basiere auf der engen Zusammenarbeit mit der Zivilbevölkerung, sagte Kooperationsminister Romain Schneider gestern eingangs einer Pressekonferenz, die ihren Abschluss in der Unterzeichnung von sechs Rahmenabkommen mit Nichtregierungsorganisationen (NGO) fand. Für den Zeitrahmen 2015-2019 unterstützt das Außenministerium diese NGOs mit über 13,83 Millionen Euro bei ihren jeweiligen Entwicklungsprojekten, was einer Kofinanzierung von 80 Prozent entspricht.
„Es geht nicht nur darum, dass der Staat Entwicklungshilfe predigt, nein, sie wird umso glaubwürdiger, wenn die Bevölkerung selbst mit anpackt und so internationale Solidarität zeigt. Dass es momentan hierzulande insgesamt 94 anerkannte Nichtregierungsorganisationen gibt, zeigt, dass Entwicklungshilfe weit mehr ist als reine Regierungspolitik. Tausende von Menschen stehen hinter einer solchen Politik“, betonte der Minister. Durch gezielte Aktionen würden sie dazu beitragen, Zivilbevölkerungen in anderen Ländern dabei zu helfen, ein selbstständiges Leben aufzubauen und ihnen letztendlich Perspektiven bieten.
Momentan 17 Rahmenabkommen mit NGOs
Die Organisationen, mit denen solche Rahmenabkommen unterzeichnet werden - momentan sind es 17 - hätten alle bewiesen, dass sie über das nötige Können verfügen, um langfristige Projekte zu leiten. „Natürlich unterliegen sie strikten Qualitätsanforderungen und werden regelmäßig überprüft“, bemerkte Schneider.
Die „Action Solidarité Tiers Mondes“ (ASTM) wird mit über 5,355 Millionen Euro unterstützt. Die NGO setzt Projekte in sieben Ländern um, dies in Lateinamerika, Asien und im Mittleren Osten. Die „Guiden a Scouten fir ENG Welt“ (GS) erhalten 1,27 Millionen Euro, um im Senegal, Niger und in Bolivien Projekte im Bereich des Schulwesens zu realisieren. „Objectif Tiers Monde Haïti“ (OTM) erhält 1,75 Millionen Euro, die ebenfalls in Schulprojekte fließen. Die „Fondation Bridderlech Deelen - Fondation Caritas Luxembourg“ ist insbesondere in Konfliktregionen aktiv. Die Projekte zielen darauf ab, den Frieden wieder herzustellen. Die NGO wird mit 2,66 Millionen Euro unterstützt. Die „ONGD-FNEL“ ist im Nepal aktiv und leitet dort Aktionen im edukativen und berufsausbildenden Bereich. Das Außenministerium beteiligt sich mit 2,07 Millionen Euro. „Frères des Hommes“ (FDH) erhalten 720.000 Euro. Das diesbezügliche Rahmenabkommen wird übrigens erst Ende Januar unterzeichnet, da die NGO derzeit einen neuen Verwaltungsrat wählt.
Noch mehr Öffentlichkeitsarbeit
Gleichzeitig wurde gestern die jährliche Konvention mit dem „Cercle de coopération des ONG de développement“ unterzeichnet (Jahresbudget 344.000 Euro). „Die gut funktionierende Entwicklungszusammenarbeit mit unseren Partnern ist natürlich unser größtes Anliegen. Darüber hinaus wollen wir als ,Cercle‘ aber auch hier in Luxemburg immer mehr zu einem politischen Akteur werden. Wir wollen zusammen mit unseren Mitgliedern politische Verantwortung übernehmen, und das nicht nur im Bereich der Entwicklungspolitik. Auch in anderen Bereichen möchten wir mitreden, so etwa in der Energiepolitik“, bemerkte Cercle-Präsident Armand Drews gestern. Künftig soll auch die Öffentlichkeitsarbeit ausgebaut werden. Ziel sei es, die Einwohner Luxemburgs noch gezielter für die Arbeit der NGOs zu sensibilisieren.
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