CLAUDE KARGER

Sehr amüsant, wie die handfeste Politikkrise beim „Wort“-Wochenrückblick zusammenschrumpft. Im Ausland habe sie „ihren Niederschlag u.a. in einer zehn Zeilen langen Agenturmeldung“ gefunden, „das entspricht in etwa der Meldung, dass am Nordpol ein Eskimo vom Schlitten gekippt ist“. Tja, alles eine Sache der Perspektive halt. Erinnert ein wenig an die Karikatur wo zwei Hähne mit den Gesichtern des Premiers und des CSV-Häuptlings auf einem riesigen SREL-Misthaufen sitzen und der Oberchef sagt: Von hier oben sehen die Probleme aber klein aus. Er sagte auch mal: „Man muss die Probleme lösen, wenn sie klein sind“. Aber zwischen Dichtung und Wahrheit liegen bekanntlich Welten. Das hat man auch beim „t“ gemerkt, das am Samstag bereits die nächste LSAP-Resolution vorwegnahm. Folgender Schlusssatz: „fordert die LSAP das Parlament auf, nicht allzu nachtragend gegenüber unserem Staatsminister zu sein, ihm keinen allzu bösen Finger zu machen und ihn weiterwurschteln zu lassen“. Der Autor erwartet demnach wenig von den windelweichen Genossen, für die das Risiko, aus dem Koalitionsbett zu steigen so groß ist, „dass lieber gekuscht, die Basis vor den Kopf gestoßen und sich der Lächerlichkeit preisgegeben wurde“. Vorwärts, Kameraden...!