LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Der Organist Paul Kayser tritt morgen Abend im Rahmen der Saarburger Serenaden auf

Titularorganist in einer hauptstädtischen Kirche zu werden gelingt nicht jedem jungen Organisten. Und schon gar nicht im jugendlichen Alter von 16 Jahren. Organist Paul Kayser ist dieses Kunstwerk gelungen. Blickt er heute, mit einigen Lenzen mehr auf dem Buckel auf diese Zeit zurück, so sind seine Erinnerungen daran sehr klar. Er habe sich für die „Paterekiirch“ in Luxemburg interessiert, eines Tages hätte der damalige Titularorganist ihn als Nachfolger auserkoren.

Seit 2007 Organistin Echternach

Mit 16 Jahren nahm er im Jahre 1995 ein erstes Mal als Titularorganist an der Orgel in der Hauptstadt Platz, seit 2007 spielt er - neben anderen Organisten - auch die Orgel in der Willibrordus-Basilika in Echternach, wo er seit zehn Jahren an der Musikschule unterrichtet. Während mancher renommierte Organist schon in jungen Jahren auf dem Klavier oder auf der Orgel in die Tasten haute, kam Paul Kayser über den Umweg der Geige zu seinem Pfeifeninstrument. Im Hause Kayser war es beschlossene Sache, dass der Sprössling eine Instrument erlernen sollte. Ab dem ersten Schuljahr lernte der heutige Organist Geige, verlor aber nach einer gewissen Zeit die Lust am Saiteninstrument. In der dritten Klasse hatte Kayser einen Grundschullehrer, der selber Orgel spielte und seinen Schülern von seinem Instrument erzählte.

Kayser war fortan vom Orgel-Virus infiziert, allerdings sollten noch zwei weitere Jahre vergehen, bis der junge Musiker eine Ausbildung zum Organisten begann. In der fünften Klasse nahm er Orgelunterricht in der Musikschule Düdelingen, später wechselte er ins hauptstädtische Konservatorium. In dieser Zeit probte er in der Kirche in Merl, wo er auch schon seine ersten Messen spielen durfte.

Aufnahmeprüfung auf 2e

Den Wunsch, mit der Musik irgendwann auch sein Leben zu verdienen hegte Paul Kayser bereits im Alter von 14, bzw. 15 Jahren. Auf 2e war klar, dass er nach dem Abitur Kirchenmusik studieren würde; seine Eltern haben ihm nie Steine in den Weg gelegt und ihn immer unterstützt. Das Studium der Kirchenmusik interessierte Kayser, da der Studierende im Laufe des Studiums neben den Orgelkursen auch Harmonie-, Klavier- und Gesangkurse belegt. Seinen Studienplatz hat Kayser schon ein Jahr vor dem Abitur ausgesucht, seine Aufnahmeprüfung hat er auch vor dem Abschlussjahr auf dem Gymnasium abgelegt, um sich auf „Première“ komplett dem Abiturstoff zu widmen. Es zog ihn nach Frankfurt an die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst; ausschlagend für seine Wahl waren die namhaften Dozenten, die damals in der Metropole am Main unterrichten.

Jungen Musikstudenten rät er aber heute, andere Auswahlkriterien anzuwenden, wenn sie sich auf der Suche nach einer Hochschule befinden: „Ein guter Konzertorganist ist nicht automatisch ein guter Pädagoge“, lautet sein Urteil. Von Frankfurt ging es weiter zu Wolfgang Seifen in die deutsche Hauptstadt Berlin, wo er an der Universität der Künste Improvisationsunterricht nahm.

Jeden Donnerstag ein Gratiskonzert

Am morgigen Samstag tritt Paul Kayser um 19.30 in der Saarburger St. Laurentius Kirche im Rahmen der Saarburger Serenaden auf. Es handele sich um eine tolle Initiative, so Kayser, der das Top-Niveau der Veranstaltung unterstreicht. Wer aber nicht in das nahe deutsche Grenzgebiet fahren kann, um Paul Kayser live zu erleben, dem bietet sich momentan jeden Donnerstag die Gelegenheit, dem Orgelspiel des Luxemburgers in der „Paterekiirch“ zu lauschen. Zwischen 17.30 und 18.00 spielt er ein Gratiskonzert, u.a. um sein Repertoire zu pflegen.


www.paulkayser.lu
Siehe auch Seite 19