CLAUDE KARGER

Als ob derzeit irgendjemand mit Paulette Lenert tauschen möchte, fragte sie dieser Tage das „T“ allen Ernstes durch den Mundschutz: „Wer kompetent und souverän führt, macht sich nicht nur Freunde. Wie neidisch sind Ihre Parteikollegen auf Sie?“ Da konnte die Gesundheitsministerin freilich nur hinter der Atemschutzmaske kichern: „Also wenn es Pfeile gibt, ich habe noch keinen im Rücken stecken (lacht) An ech hunn en décke Pelz“. Dabei braucht man als „ech komme mer bësse vir wéi d‘Gesiicht vum Corona zu Lëtzebuerg“ derzeit vor allem nicht nur Schutzkleidung, sondern auch Marathon-Läufer-Fitness und Nerven wie Tramschienen. Über die „Frau als Herr der Krise“, schwärmt auch die Kardinalszeitung, die die Krisenmanagerin „ohne sozialistischen Stallgeruch“ für ihre Ruhe und Empathie lobt. Als nicht ganz so ruhig und bisweilen aufbrausend beschreiben böse Zungen indes den auch mit einem dicken Pelz versehenen Boss des christlichen Gewerkschaftsbundes, dessen Konterfei im „Wort“ gestern folgende, offensichtlich durch die Homeoffice-Redaktionskorrektur gepurzelte Bildzeile zierte: „Die betroffenen Arbeitgeber müssen 100 Prozent ihres Gehalts bekommen“. Finden wir aber auch! Schließlich erfordern schwierige Zeiten auch unbedingte Solidarität unter den Sozialpartnern.