CLAUDE KARGER

Im „Wort“ beschreibt ein Ex-Juncker-Berater, wie der Ex-Premier die Kunst der „petite phrase“ perfektionierte, um nicht zuletzt den persönlichen Wahlkampf mit Hilfe der internationalen Medien zu bestreiten.

„Jean Asselborn war der erste Regierungskollege Junckers, der dessen Vorgehen schamlos kopierte - mit Erfolg!“, heißt es. Manchmal hatte es schon den Anschein als lieferten sich der Chefdiplomat und sein Boss - beide wegen ihrer mühelosen Mehrsprachigkeit tolle Talkshow-Typen allenthalben - einen Wettbewerb, „immer etwas forscher, schmissiger und amüsanter zu formulieren“ als der andere.

Das Risiko dieses Spiels ist eben, dass man, wie JCJ, regelmäßig von einigen seiner Zitate heimgesucht wird - etwa: „Wenn es ernst wird, muss man lügen“. Die starken Worte Asselborns zu Ungarn „fallen in die gleiche Kategorie“, bescheinigt der „Wort„-Leitartikler. „Hier ging die Selbstdarstellung eines Politikers eindeutig auf Kosten seiner eigentlichen Mission“, lautet das Fazit.

Nun ja, auch andere können Sprüche. Etwa der Generalvikar, der im „Wort“-Sommerplausch zur Frage „Mann oder Frau?“ meinte: „Von der Schöpfung her sind beide von Gott gewollt und von gleichem Rang“. Innerhalb der Katholika und der Gesellschaft lässt diese Gleichberechtigung allerdings immer noch stark zu wünschen übrig. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Denn wie sagt der progressive „Allrounder“ Leo W.: „Weil sowohl der Glaube als auch die Kirche in einer Konserve verderben“.

Und „früher“ ist sowas von gestern, wie wir dem „T“-Samstags-Leitartikler („Vieles mag gestern schön und gut gewesen sein, aber ‚früher‘ ist vorbei) nur beipflichten können.