CLAUDE KARGER

Da will man im Urlaub mal die Seele baumeln lassen bei einem der Milliarden Seelen-Baumel-Experten weltweit, da fordert ein „Wort“-Leitartikler schon Futter fürs „Phrasenschwein“.

Würden die Nutzer dieser Redewendung doch „ein Literaturdenkmal“ beleidigen. Und zwar Kurt Tucholsky, der in seiner 1931 erschienenen Erzählung „Schloss Gripsholm: Eine Sommergeschichte“ schrieb: „Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele“. „Der geneigte Leser bemerke den gewaltigen Unterschied in Sinn und Bedeutung: Beim großen Schriftsteller, ein aktives Bewegen, bei seinen Plagiatoren, ein träges Hängenlassen“, so der „Wort“-Autor. Recht hat er. Wir werden die anderthalb Euro, die wir jetzt schon schulden, einem guten Zweck zukommen lassen und zwei „Doppelpass“-Sendungen hintereinander gucken. Versprochen. Hangeln tun sich derweil Eugène Berger (DP) und Gilles Roth (CSV), durch einen haushaltspolitischen „Schlagabtausch“ im „Wort“. „Es ist schade, dass die CSV sich noch nicht dazu geäußert hat, was sie sich unter dem Begriff „Strukturreformen“ vorstellt“, meint der „premier de cordée“ der DP-Fraktion. „Die CSV wird ihre Ideen dann vorstellen, wenn die Regierung ihr Konzept auf den Tisch gelegt hat“, kontert der christsoziale Budgetexperte. Eigentlich wären jetzt zwei Euro fällig.