LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Noch bis Sonntag kann die Kunstmesse „Art Fair“ besucht werden

Bereits zum vierten Mal findet in den Hallen der Luxexpo die Kunstmesse „Art Fair“ statt. Gestern Abend öffnete das Gebäude die Türen für seine Gäste und feierte ab 19.00 bei Jazz-Musik die Vernissage der vielfältigen Ausstellung. Die Messe im Großherzogtum ist das Ende der diesjährigen Reise der Organisatoren und Galeristen. Der Termin in den „Foireshalen“ ist in diesem Jahr bereits der 16. für sie. Distanzen von bis zu Hunderten von Kilometern haben die Aussteller auf sich genommen, um ihre Kunst zu möglichen Käufern zu bringen. Aus Frankreich, Italien, Spanien, Belgien oder Frankreich haben sich Galeristen zusammengetan und ein einmaliges Kunsterlebnis auf die Beine gestellt. Das Konzept bleibt das gleiche wie im vorigen Jahr: Die Messe soll Freude bereiten, zum Diskutieren und zum Austausch anregen, gleichzeitig aber auch kommerziell sein. Das heißt aber nicht, dass nicht jeder willkommen ist - ganz im Gegenteil sogar. Neben genügend Essen gibt es auch einen Platz , an dem Kinder sich künstlerisch austoben können - wer weiß, vielleicht findet sich unter den Sprösslingen ja sogar der Picasso von morgen? Was wir jetzt schon wissen ist, dass in der Halle insgesamt vier Kunstgenres vertreten sind: Malerei, Fotografie, Skulptur und Keramik. Darunter auch einige Galeristen, die bereits im letzten Jahr für Begeisterung gesorgt haben. Der Akzent liegt in diesem Jahr allerdings auf zwei Ausstellungen: Einer kleinen Auswahl an Werken von Picasso sowie der Jeff Koons-Expo. Kunstfreunde sind herzlichst eingeladen diese und natürlich auch alle anderen Werke der insgesamt 90 Galeristen bis inklusive Sonntag zu bestaunen und vielleicht sogar ein Herzensstück zu erwerben.

Das Hämmern vor dem Sektempfang

Voller Stolz präsentierte Serge Beninca, Organisator der Veranstaltung, gestern Vormittag die bunte Halle, die zwar schon wunderschöne Kunstwerke präsentierte, allerdings noch eher einer Baustelle ähnelte. Links wurde gehämmert, rechts geklebt, hier und da hörte man, wie der Bohrer zum Einsatz kam. Jeder war fleißig am Arbeiten, um am Abend die Gäste bei der Vernissage willkommenheißen zu können. Da bekam so manch einer schon ziemlich zittrige Knie. Allerdings nicht, weil sie so nervös waren, nein. Ihnen war kalt. So richtig kalt. Zum Teil aus dem schönen sonnigen Süden angereist, wurden die Aussteller von Minusgraden und einer ihnen bisher unbekannten Kälte empfangen. Doch das soll natürlich dem Erfolg der Messe nicht im Wege stehen, also wurde trotz Zitterpartie weiter gearbeitet. Die Galeristen aus dem Süden haben den Weg ins eisige Luxemburg nämlich nicht ohne Grund auf sich genommen. Jährlich trudeln in den wärmeren Gegenden Kunstbegeisterte ein, die großes Interesse an den Werken weiter entfernter Sammlungen zeigen. Jetzt zur Winterzeit wird ihnen nun ermöglicht, ihre Herzensstücke nicht nur zu betrachten, sondern auch bestenfalls mit nach Hause zu nehmen.

Investition oder Wunschwerk

Wer Kunst kauft, tut dies oft, um zu investieren. Doch nicht nur Käufer haben ihren Blick in die Zukunft gerichtet, sondern auch die Organisatoren der „Art Fair“. Sie planen beispielsweise die Messe künftig auch in Nordamerika zu organisieren. Doch bevor dies passiert, bleiben sie jetzt erst einmal übers Wochenende in Luxemburg und hoffen auf zahlreiches Erscheinen und hohe Verkaufszahlen. Doch dafür braucht es auch die nötigen Ressourcen. Bei Preisen von ein paar Hundert Euro, über 3.000 bis hin zu 15.000 Euro finden Interessierte hier allerdings auch Stücke, die in der Kunstszene als recht günstig gelten. Tatsächlich lassen sich im Schnitt ungefähr zehn Prozent der Besucher zum Kauf verlocken, die anderen kommen aus Liebe zur Kunst. Doch auch Käufer richten sich oftmals an Aussteller um herauszufinden welches Kunstwerk oder welcher Künstler Chancen auf den ganz großen Erfolg hat. Hier rät Serge Beninca auf das Herz statt auf den Markt zu hören, immerhin soll Kunst auch einen emotionalen Wert haben.

Nicht verzagen, Galeristen fragen

Die zahlreichen Galeristen stehen natürlich nicht nur als Dekoration oder zum Abkassieren am Stand, sondern freuen sich auf angeregte Diskussionen, Reaktionen, Emotionen und selbstverständlich: Fragen. Das verriet Claudius Ochsner, der 15 Werke Picassos zum Besten gibt. „Die Leute sollen gerne Fragen stellen - dafür bin ich hier“, versichert der Kunstliebhaber. Dass er solch exklusive Exemplare ausstellt, liegt nicht nur an seiner Faszination für den Künstler, sondern auch an der enormen Anzahl an Werken, die es von ihm gibt. Auch das Privatleben Picassos kann am Stand betrachtet werden - das obwohl er dieses stets geschützt hat. Nur Edward Quinn und René Burri hatten das Privileg, den Künstler ablichten zu dürfen: Eine Auswahl dieser Bilder wird im Rahmen der „Art Fair“ ausgestellt und verkauft.

Noch bis 8. Dezember, Freitag: 16.00 bis 22.00, Samstag und Sonntag: 11.00 bis 19.00, Eintritt: 10 Euro - www.luxartfair.com