LUXEMBURG
ANNETTE WELSCH

Seminar der ALOSS zur elektronischen Patientenakte - 2017 soll es losgehen

Wenn man möchte kann man jetzt schon mitmachen: Seit September 2015 kann jeder Versicherte auf Antrag seine elektronische Patientenakte aktivieren lassen und freiwillig an der Pilotphase teilnehmen. Eine E-Mail an helpdesk@esante.lu oder ein Anruf bei der Agence eSanté (2712 5018 33) reicht, man kann sich aber auch an den Schalter 12 bei der CNS wenden. Und so wie es später auch möglich ist, kann man jederzeit zum „Opt-out“ greifen und seine Akte wieder schließen lassen.

Mit der Gesundheitsreform wurde 2010 die gesetzliche Grundlage für die „Agence eSanté“ und das „Dossier de Soins Partagé“ (DSP), die elektronische Patientenakte, gelegt. Bis jetzt haben die einzelnen Dienstleister, wie Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken, eine Hand auf ihren Patientendaten, es gibt wenig Transparenz für den Patienten und der Austausch findet nur nach Bedarf und auf Anfrage hin statt. So kann es denn auch durch den Mangel an Kommunikation zu unerwünschten Vorfällen kommen, aber auch zu unnötigen Doppeluntersuchungen. Das soll sich nun ändern: Seit Sommer 2012 steht die „Agence eSanté“, seit Juni 2015 läuft die Pilotphase - zunächst mit den Patienten, die einen Referenzarzt haben - und sobald die großherzogliche Verordnung fertig ist, soll es auf breiter Basis losgehen - wohl Mitte bis Ende nächsten Jahres.

Gestern fand auf Einladung der ALOSS (Association luxembourgeoise des organismes de sécurité sociale), der 14 Behörden der Sozialversicherung angehören, ein Seminar zum DSP statt. Vertreter aus Österreich, Frankreich und Griechenland stellten ihre Erfahrungen mit ihren elektronischen Gesundheitsakten vor, es gab aber auch Referate zur Nutzung des DSP in der Onkologie und der häuslichen Pflege.

„Gesundheitsdaten teilen und austauschen ist wichtig für die Sozialversicherung und für die Qualität, die Kontinuität sowie die Koordination der Behandlung “, sagte Sozialminister Romain Schneider in seiner Eröffnungsrede. „60 Prozent der unerwünschten Ereignisse im Gesundheitswesen lassen sich Studien nach so vermeiden.“ CNS-Direktor Paul Schmit verwies darauf, dass die Akzeptanz und das Vertrauen aller Beteiligten wichtig sei, der Datenschutz sehr ernst genommen werde. „Wir nehmen nur die essenziellen Daten auf und streben keinen gläsernen Patienten an. Der Zugang zu den Daten ist strikt limitiert.“

Seit 2015 wurden 22.600 DSP eröffnet, das entspricht drei Prozent der Bevölkerung, und nur 170 (0,7 Prozent) sind wieder ausgestiegen. 80 Prozent der Versicherten sollen es bis Ende 2017 sein.