LUXEMBURG
SVEN WOHL

Abbiegeassistent wird nicht zusätzlich unterstützt

Wer für Sicherheit im Straßenverkehr sorgen möchte, muss auf vielen Fronten kämpfen. Eine davon ist die Technik: Ab 2022 sind Abbiegeassistenten - auch „Totwinkel-Assistent“ für neue Modelle von LKWs Pflicht. Sie sollen dafür sorgen, dass beim Abbiegen von LKWs weniger Unfälle entstehen und damit auch die Zahl potenzieller Opfer sinkt. Im Zeitraum zwischen 2014 und 2019 sind sieben Fußgänger bei Unfällen mit Lastwagen umgekommen. Im gleichen Zeitraum gab es zwar keine Todesfälle mit Fahrradfahrern, jedoch sei es zu fünf Unfällen mit Schwerverletzten gekommen. Eine separate Erhebung, welche nur die Unfälle zählt, die auf das Abbiegen eines LKWs zurückzuführen sind, existiert in Luxemburg nicht. Dies schreibt der zuständige Mobilitätsminister François Bausch in seiner Antwort auf die parlamentarische Anfrage der CSV-Abgeordneten Nancy Kemp-Arendt.

Mehrheit bis 2030 ausgerüstet

Darauf angesprochen, ob die Regierung Plane, die Umrüstung beziehungsweise Einführung dieses Assistenzsystems mit Subventionen oder steuerlichen Vergünstigungen zu bezuschussen, antwortet der Minister mit einem klaren Nein. Denn das System ist wie erwähnt ab 2022 beziehungsweise 2024 Pflicht - einen zusätzlichen Anreiz seitens der luxemburgischen Regierung brauche es allerdings nicht. Da der Altersdurchschnitt des durchschnittlichen Lasters und Busses über die letzten vier Jahre 5,89 Jahre beträgt, ließe sich berechnen, wann ungefähr die Mehrheit der Fahrzeuge diese Systeme installiert hätten. Hier rechnet der Minister, dass dies bis 2028 beziehungsweise 2030 der Fall sein soll.
Die Technik alleine sorgt jedoch längst nicht für Sicherheit auf den Straßen. Da sollen weitere Maßnahmen zum Schutz der Fußgänger und Radfahrer beitragen. Sämtliche Planungen staatlicher Verkehrsinfrastrukturen streben eine Verbesserung in dieser Hinsicht an. „Déi national Règles de l‘art fir Vëlosinfrasturkturen baséieren zum Beispill op internationaler ,Best pracice‘ an droen deem Rechnung“, erklärt der Minister in seiner Antwort. Doch auch bereits bestehende Straßen kommen nicht zu kurz: „Stroossen, déi sech als besonnesch geféierlech erwisen hunn, (gi) vum Aarbechtsgrupp ,Audits de Sécurité‘ analyséiert“. Die Administration des Enquêtes techniques untersuchen weiterhin die Ursachen hinter Verkehrsunfällen. Dies erlaubt es ebenfalls, mögliche Änderungen durchzuführen.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte sich der Minister zu diesem Thema in einer vorigen parlamentarischen Anfrage der DP-Abgeordneten Gusty Graas und Max Hahn geäußert. Damals unterstrich der Minister, dass Luxemburg die Initiative des europäischen Gesetzgebers hinsichtlich dieser Einführung voll und ganz unterstütze.