Der israelische Regisseur Ari Folman wurde international durch „Waltz With Bashir“ bekannt. Sein neues Werk „The Congress“ basiert auf dem Roman „The Futurological Congress“ von Stanislaw Lem. Sechs Produktionsfirmen aus Israel, Deutschland, Belgien, Polen, Amerika und die luxemburgische Paul Thiltges Distributions sind finanziell am Film beteiligt.
Das Animations-Studio 352 von Stephan Roelants in Contern war zusammen mit sieben anderen an der Entstehung des animierten Teils des Films beschäftigt. Am vorgestrigen Dienstag wurde der Film im Beisein des Regisseurs im „Utopolis“ in luxemburgischer Premiere gezeigt.
Pixel statt Fleisch und Blut
Al (Harvey Keitel) macht der Schauspielerin Robin Wright ein letztes Angebot. Sie soll gescannt werden und für immer und ewig mit Hilfe von Animationsprogrammen in Filmen mitspielen. Produzent Jeff (Danny Huston) der Miramount Studios erklärt ihr des Weiteren, dass sie keinen Stress haben wird, machen kann was sie will, unter der enzigen Bedingung, dass sie nie mehr eine Rolle spielt, weder im Kino, noch im Theater, noch irgendwo anders.
Jeff verspricht ihr außerdem, dass sie ewig jung bleiben wird. Robin ist schockiert, denn das kann nicht Sinn und Zweck ihres Berufs sein. Weil ihre letzten Filme nicht sonderlich erfolgreich waren, willigt sie schlussendlich ein. Zudem kann sie sich ganz ihrem an einer seltenen Krankheit erkrankten Sohn Aaron (Kodi Smit-McPhee) widmen. 20 Jahre später. Robin fährt zu einem Kongress der Miramount. Durch die Inhalation eines „Zaubermittels“ verwandelt sie sich in eine animierte Figur und kommt in eine Welt, in der sie nichts weiter als eine chemische Halluzination ist. Hier lernt sie Dylan (John Hamm) kennen, den Animateur ihrer Computer-Filmfigur. Dylan hat sich in die animierte Robin verliebt, die lediglich ihren Sohn finden will.
Im Drehbuch sammeln sich viele Ideen, die aber allzu oft nicht komplett verarbeitet werden oder einen Zweck erfüllen. Nach dem ersten Teil mit den realen Figuren, springt die Geschichte 20 Jahre nach vorne, ohne dass man irgendetwas über das Schicksal von Robin und ihrer Familie erfährt.
Konfuse Animationswelt
Die ursprüngliche Diskussion über das Wesen der Schauspielerei wird jäh unterbrochen und später auch nicht fortgesetzt. Jetzt muss sich der Zuschauer mit einer bizarren, konfusen animierten Welt auseinander setzten, deren Funktionen erst nach und nach bekannt werden. Jegliche Menschlichkeit ist verschwunden, und chemische Gesetze regieren den „Alltag“, der aus Halluzinationen besteht, in der also alles möglich ist.
Komischerweise müssen diese „Cartoons“-Pillen schlucken, um in eine weitere Welt zu gelangen. Mit Fantasie alleine geht das nicht mehr. Ein Paradox an sich! Von einer interessanten Idee ausgehend, die bereits Realität im so genannten Motion-Capture-Verfahren ist, verliert sich der Film allerdings in vielen Ideen und Anspielungen an die Filmgeschichte, u. a. „Dr. Strangelove“ von Stanley Kubrick.


