LUXEMBURG
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„Biologisch abbaubarer“ Plastik stellt die Verwertung von Bioabfall vor Herausforderungen

Kaum ein Element der Debatte um Abfall erhält so viel Aufmerksamkeit wie Plastiktüten. Mittlerweile wirbt man jedoch teilweise mit biologisch abbaubaren Plastiktüten. Dabei dürfen auch diese nicht in der Biotonne landen, da sie eben, entgegen der suggestiven Namensgebung, nicht abbaubar sind. In den Anlagen, die zur Biomethanisierung eingesetzt werden, werden diese Tüten ebenfalls ausgesondert. Laut den Angaben von zwei größeren Anlagen stellen unverwertbare unerwünschte Elemente 7,7 bis 18,5 Prozent der gesamten gelieferten Masse dar. Die Zahl der sogenannten biologisch abbaubaren Plastiktüten in den Bioabfalltonnen belief sich in den vergangenen Jahren derweil auf zwischen 1.418.480 und 4.444.336. Dies sind umgerechnet zwischen 17,8 und 53,3 Tonnen.

Diese Zahlen gibt die Umweltministerin Carole Dieschbourg (déi gréng) in ihrer Antwort auf die parlamentarische Anfrage des DP-Abgeordneten Max Hahn an. Es verwundert damit wenig, dass in dieser Hinsicht mittlerweile vermehrt auf Sensibilisierung gesetzt wird. Diese erfolgt sowohl über die sozialen Netzwerke als auch über Konferenzen, Internetseiten der betroffenen Ministerien und Informationsmaterial der Gemeinden sowie anderer Organe, wie beispielsweise der Horesca. Es gelte jedoch die technische Entwicklung hinter dem Bioplastik im Auge zu behalten.

Zunahme bei der Biomethanisierung

Was bei den Verwertungsanlagen für Bioabfall ankommt hat sich in den vergangenen Jahren in der Menge positiv entwickelt. Beim Kompost schwankte man zwischen 2009 und 2017 zwischen über 60 und 50 Megagramm. Doch vor allem bei den Biomethanisierungsanlagen kann man einen starken Anstieg feststellen: Lag die Menge 2009 noch leicht über 20 Megagramm, überstieg man 2017 zum ersten Mal die Marke von 90 Megagramm. Die Ministerin erklärt sich den Anstieg dadurch, dass nun mehr Gemeinden und Bürger an das Netzwerk der SIDEC und des SIGRE angebunden sind. Aktuell gebe es auch genug Kapazitäten, um diesen Anstieg zu meistern, weiß Ministerin Dieschbourg den Abgeordneten zu beruhigen. Es sei jedoch davon auszugehen, dass die Quantitäten von Bioabfall, die hier genutzt werden, in Zukunft weiter ansteigen würden.