LUXEMBURG
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Luxemburgs Nachbarn helfen mit Vorratslagerstätten aus

Von Erdöl sind der private und gewerbliche Straßenverkehr, der Schiffs- und Flugverkehr, die Gebäudeheizung und die Produktion vieler Güter mehr oder weniger stark abhängig. Luxemburg muss eine gesetzliche Bevorratungspflicht von 90 Tagen erfüllen.

Lagerung im Ausland

Ein Umstand, mit dem sich der DP-Abgeordnete Max Hahn an das Wirtschaftsministerium wandte, um genauere Zahlen zu erfahren und wie es mit den Notreserven aussieht.

Minister Schneider (LSAP) präzisierte, dass in den letzten Jahren der Verbrauch von Benzin Diesel, Gas und Heizöl stetig zurückgegangen ist, nur Kerosin sei von 2015 mit 539.061 Kubikmetern auf 616.588 Kubikmeter im Jahr 2016 gestiegen. Der Dieselverbrauch ist beispielsweise von 2.234.075 Kubikmeter im Jahr 2012 auf 1.928.492 Kubikmeter zurückgegangen.

Da es ein sehr unsicherer Markt sei, kann Schneider die Frage von Hahn nach einem möglichen Trend für die kommenden Jahre nicht beantworten. Was die Lagerung anbelange, so verweist Schneider auf den Umstand, dass die Erweiterung der Lager von Tanklux in Mertert von der Genehmigung der Gemeinde Grevenmacher abhängig sei, ohne die die neue Kapazität von 90.000 Kubikmeter nicht erreicht werden kann.

Um die notwendigen Notreserven aufzubringen, werde ein Hauptteil dieser Reserve bei den Nachbarn (Belgien, Holland, Frankreich, Deutschland) gelagert. Wie auch aus einer kleinen Anfrage im Landtag Rheinland-Pfalz Anfang des Jahres bestätigt wurde, ist es rechtlich möglich, dass Luxemburg, wie auch andere EU-Mitgliedsstaaten, strategische Ölreserven in Deutschland hält. Mit Luxemburg bestehe bereits seit dem Jahr 1982 ein „Abkommen über die Anrechnung der in der Bundesrepublik lagernden Mineralölbestände luxemburgischer Unternehmer“.

Mit der Kapazität, die aktuell in Luxemburg vorhanden sei, könnte man acht bis neun Tage überbrücken, schreibt Schneider. Dabei weist Schneider auf den Umstand hin, dass 2020die Genehmigungen für die Unternehmen in Bartringen, Hollerich und auf dem Flughafen auslaufen und dass bei Nichterneuerung ein erheblicher Prozentsatz an Lagervolumen verloren geht, 120.000 Kubikmeter.

„Agence Nationale de Stockage de Produits pétroliers“ im Aufbau

Hahn fragte auch nach, ob die neue „Agence Nationale de Stockage de Produits pétroliers“ bereits ihre Arbeit aufgenommen habe. Diese sei, so Schneider, für die Überwachung der Ölbevorratung und auch eine mögliche Erweiterung der Lagerkapazität verantwortlich, sollte kein anderer Akteur dies übernehmen können. Aktuell seien die Vorbereitungen zur Arbeitsaufnahme der Agentur in vollem Gange.