LUXEMBURG
NIC. DICKEN

Cargocenter auf Findel um wichtige Umschlag- und Lagerinfrastruktur erweitert

Der Luftfrachtsektor hat in den letzten Jahren weltweit sehr stark gelitten. Darüber wissen die beiden in diesem Bereich tätigen luxemburgischen Unternehmen Cargolux und LuxairCargo ein Liedchen zu singen. Parallel zum allgemeinen Rückgang konnten jedoch einige Warensparten, darunter Medikamente und Gesundheitsversorgung, ein deutliches Wachstum verzeichnen, das naturgemäß auch über die kommenden Jahre anhalten dürfte.

Weil der Umschlag dieser Güterklasse am Flughafen Findel in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat und im vergangenen Jahr ein Volumen von 30.000 Tonnen vorweisen konnte, wollte LuxairCargo diese Nische nicht ungeachtet liegen lassen und begann im Oktober 2012 mit der Einrichtung einer speziellen Lagerfläche von 3.000 qm, wo diese Güter unter den von den Pharmaproduzenten verlangten Bedingungen gelagert und umgeschlagen werden können.

Die neue Anlage, die einen Kühlraum im Temperaturbereich 2 - 8°C mit 880 qm und eine deutlich größere Lagerfläche mit Temperaturbereich 15 - 25°C umfasst, wurde am 1. März dieses Jahres in Betrieb genommen und gestern im Beisein der Minister Mars di Bartolomeo, Claude Wiseler und Etienne Schneider offiziell eröffnet.

Wachstumsnische nutzen

Mit dem neuen Investment in Höhe von rund vier Millionen Euro habe LuxairCargo einen wichtigen Schritt getan, um die Kompetenz des Flughafens Findel für diese Güterklasse zu erhöhen. Wegen der kurzen Wege zwischen Flugzeug und Lagerhalle - 6 bis 10 Minuten - bzw. Weitertransport per Lkw verfüge das Cargocenter auf Findel gegenüber den allermeisten internationalen Flughäfen über einen wesentlichen Vorteil bei verderblichen Waren, die auf anderen Flughäfen stellenweise bis zu einer Stunde, in schlimmen Fällen sogar mehrere Stunden bräuchten, um die von der Temperatur her geeigneten Lagerplätze zu erreichen. Bei der Planung und Umsetzung dieses Projektes habe man sich den wichtigsten Pharmaproduzenten in Europa abgestimmt, die den Findel in diesem Bereich als „low-to-no-risk“-Flughafen bewertet hätten.

Service-Qualität

Überzeugt hatte die Luxair-Verantwortlichen vor allem die Erkenntnis, dass das Volumen der per Luftfracht von Europa aus transportierten Pharmazeutika in den nächsten Jahren um sechs bis zwölf Prozent zunehmen werde.

Die jetzt zur Verfügung stehende Infrastruktur ermöglicht einen jährlichen Umschlag von bis zu 150.000 Tonnen, so dass man bis in die 20er Jahre das erwartete Wachstum auffangen kann. Als servicebewusstes Unternehmen war LuxairCargo allerdings nicht nur darauf bedacht, im Bereich der Infrastrukturen die notwendigen Schritte zu ergreifen, sondern auch die Mitarbeiter im Umgang mit diesen Gütern besonders zu schulen. Von den insgesamt 1.100 Mitarbeitern der LuxairCargo haben mittlerweile bereits 900 die entsprechende Ausbildung durchlaufen. Darüber hinaus konnte man sich auch die GDP-Zertifizierung (good distribution practice) sichern.

Auch wenn die Pharmazeutika als Fracht auf dem Findel nicht völlig neu sind, so gibt sich LuxairCargo überzeugt, mit dieser Investition einen wichtigen Schritt für die Zukunft getan und sich damit neue Wachstumschancen eröffnet zu haben in einem Markt, der wohl auch weiterhin sehr stark umstritten bleiben wird.