LUXEMBURG
INGO ZWANK

Danielle Werner über ihr Leben nach dem Schlaganfall

Es war der 30. August 2015, als sich das Leben von Danielle Werner im wahrsten Sinne des Wortes schlagartig veränderte. „Ich war mit einer Freundin an der belgischen Küste im Urlaub unterwegs, als ich plötzlich nicht mehr sprechen konnte“, erzählt die heute 37-Jährige. Was war geschehen? Die beiden machten sich auf den Weg nach Luxemburg, „wobei meine Freundin in Brüssel anhalten wollte, ich wollte aber nach Luxemburg weiterfahren.“

So steuerten die beiden die Klinik auf Kirchberg an, „doch hier waren die entsprechenden Personen nicht da, so dass man erst einen Tag später mit der Therapie für mich anfangen konnte. Man wusste nicht, ob es noch Blutungen gab…“, erzählt Danielle Werner im Gespräch - alles deutete nämlich auf einen Schlaganfall hin.

Als Ursache für den Schlag stelle sich ein Loch zwischen den Herzkammern heraus. „Hier hatte sich ein Aneurysma gebildet, das ins Gehirn ins Sprachzentrum einschlug“, berichtet Werner. „Ich konnte mich gar nicht mehr ausdrücken, Ja und Nein oder auch Rechts und Links bekam ich nicht mehr hin, verwechselte alles.“ Doch Danielle Werner hatte Glück: „Drei Tage nach dem Schlaganfall begann ich bereits mit einer Bekannten, einer Orthophonistin, mit meinen Sprachtraining.“

Wie würde sie ihren Alltag nach dem einschneidenden Ereignis beschreiben? Ist es ein Leben mit dem Schlag oder ein Leben nach dem Schlag? „Es ist ein Leben nach dem Schlaganfall. Ein Leben, das sich sehr verändert hat“, erzählt sie. „Ich kann nicht mehr so lange aufmerksam sein wie vorher, das Durchhaltevermögen hat nachgelassen“, sagt Werner. Und: „Die Müdigkeit übermannt mich oft. Dagegen hilft nur schlafen, sagen die Ärzte.“

Wichtig ist für Danielle Werner ein geregelter Ablauf. „Da bin ich sehr froh, dass es mir wieder so gut geht, dass ich auch wieder halbtags meiner Arbeit in der Nationalbibliothek nachgehen kann.“ Nach dem Schlaganfall war sie acht Monate ausgefallen, und der Arbeitgeber sei ihr sehr entgegengekommen. Froh war Danielle Werner auch, dass sie mit der Blëtz asbl eine Anlaufstelle für einen Gedankenaustausch hatte, dass sie nicht die einzige ist, die in jungen Jahren einen Schlaganfall bekam. So hat sie ihre Geschichte auch für das Buch der Vereinigung  („Man muss ein Kämpfer sein!“) zur Verfügung gestellt. Hier werden die Schicksale von 24 Betroffenen und deren Familien beschrieben. Und Werner resümiert: „Ich bin heute nicht schlecht dran - es hätte viel schlimmer kommen können.“