LUXEMBURG
KIM GREIS

Spielkritik zu „Tales from the Borderlands“

Bei „Tales from the Borderlands“ handelt es sich um ein in fünf Kapiteln erscheinendes Videospiel, das im „Borderlands“-Universum angesiedelt ist. Das Spiel wurde von Telltale Games, die für ihre Point-and-Click Adventures bekannt sind, entwickelt. Dabei wurden sie von Gearbox Software, den Entwicklern von „Borderlands“, unterstützt. Aufgrund der ungewöhnlichen Genremischung wurde „Tales from the Borderlands“ zu Beginn nicht von allen Seiten begrüßt.

Die Handlung ereignet sich nach den Geschehnissen von „Borderlands 2“: Handsome Jack wurde besiegt und der Chefsessel seiner Firma Hyperion wurde neu besetzt. Der Hyperion-Angestellte Rhys und die Trickbetrügerin Fiona treffen zufällig aufeinander, als Rhys Fionas Schwester einen Kammerschlüssel für zehn Millionen Dollar abkaufen soll. Als sich herausstellt, dass er gefälscht ist, überschlagen sich die Ereignisse: Die Protagonisten werden von Banditen angegriffen, die das Geld für den Schlüssel stehlen. Um nicht mit leeren Händen zurückzukehren, gilt es nun, sich den Geldkoffer zurückzubeschaffen. Aufgrund eines GPS-Ortungssystems können sie den biometrisch versiegelten Koffer aufspüren. Er befindet sich in einer verlassenen Fabrik, in der sich die Banditen eingenistet haben.

Bisher kaum Shooter-Elemente

Der Kern des Spiels besteht aus dem Auswählen von verschiedenen Möglichkeiten, die das Spielgeschehen direkt beeinflussen. Zudem muss der Spieler in manchen Situationen durch Drücken von Tasten in das Spielgeschehen eingreifen. Dies erfolgt zum Beispiel, um Angriffen auszuweichen oder verschiedene Durchgänge zu öffnen. Des Weiteren hat man in verschiedenen Abschnitten bescheidene Bewegungsfreiheit. In diesen Abschnitten kann auch die Umgebung analysiert werden.

Wie bei „Borderlands“ üblich, wird auch bei diesem Ableger die Technik des Cel-Shadings benutzt, welche dem Spiel den typischen comicartigen Touch verleihen soll. Die Entwickler von Telltale Games haben schon Erfahrung mit Cel-Shading: Sie benutzten die Technik bereits bei der Entwicklung anderer Titel.

Nicht für jedermann geeignet

Kritik an der ersten Episode kann nur bedingt geäußert werden. Für manch einen ist die Zeit, die der Spieler beim Auswählen der Möglichkeiten hat, zu kurz, zudem treten teilweise geringe Grafikprobleme auf, die das Spielgeschehen aber kaum beeinträchtigen. Je nachdem, welche Entscheidungen getroffen werden, kann der Spielverlauf verändert werden, was zu verschiedenen Enden führt.

Obwohl die Mischung gelungen ist, eignet sich das Spiel nicht für jeden. Menschen, die „Borderlands“ nur der Ballereien wegen mögen und nicht an der Story interessiert sind, werden kaum Gefallen an „Tales from the Borderlands“ finden. Ist man jedoch von Telltale-Spielen angetan und an der Story interessiert, dürfte einem Kauf kaum etwas im Wege stehen. Das erste Kapitel „Zer0 Sum“ ist für 4,99Euro erhältlich, für manche Konsolen ist es aber lediglich möglich, das gesamte Spiel für 22,99 Euro zu kaufen