In den letzten Monaten war das Thema Kommunikation in der Politik ein Dauerbrenner in den Medien. Da der politisch interessierte Bürger in diesem Zusammenhang durchaus auf den Gedanken kommen kann, dass es ja eher auf politische Inhalte als auf deren Kommunikation ankommt, lohnt sich eine genauere Analyse dessen, was eine gute Kommunikation in der Politik sein könnte. Kommunikation ist prinzipiell ein dynamischer Prozess; in der Politik muss dies im besten Falle bedeuten, dass Entscheidungen öffentlich gemacht werden, nachdem bereits ein Dialog mit der Bevölkerung oder deren Vertretern stattgefunden hat.

Der Dialog impliziert seitens der Politik das Zuhören. Vom Zuhören lernt man nämlich viel. Man weiß, was in den Menschen vorgeht und wird diese also nicht so schnell verletzen oder missverstehen. Darüber hinaus ist prinzipiell davon auszugehen, dass man den Bürgern auch unangenehme Wahrheiten sagen kann, dass man ihnen im Namen der nationalen Solidarität und den Interessen des Landes auch etwas abverlangen kann. Spitzenpolitiker müssen allerdings einfühlsam sein und Verständnis dafür haben, dass Sparmaßnahmen bestimmte Bevölkerungsgruppen mehr treffen als andere, und mehr als sie selber.

Wer wenig verdient, wird die Reduzierung des Kindergeldes schwerer verkraften, und wer vielleicht als Kursbeauftragter nicht in einer Schule angestellt wird, muss sich anderswo auf Arbeitssuche machen, was auf keinen Fall einfach ist. Es gibt also zahlreiche wirklich Betroffene beim Zukunftspaket, und es gibt auch viele, die Angst vor der Zukunft haben. Für Politiker ist es demnach wichtig, diese Sorgen zu verstehen, Toleranz für unterschiedliche Lebensmodelle zu haben, und durch den Kontakt mit der Bevölkerung die Konsequenzen politischer Entscheidungen richtig einzuschätzen. Neben der Kommunikation als Austausch gibt es jedoch ebenfalls die einseitige politische Kommunikation, der politische „Point presse“ im weitesten Sinne. Während verschiedene Spitzenpolitiker (manchmal im Team) bestimmen, was sie sagen oder auch nicht, und damit lange Karrieren machen, ist es in der Politik eher selten sinnvoll, Wichtiges zu verschweigen.

Der Bürger hat nämlich ein gutes Gespür für die Wahrheit und soziale Realitäten, und lebt diese ja auch tagtäglich. Politische Geheimnisse haben es darüber hinaus an sich, irgendwann ans Licht zu kommen, wie es die jüngste Vergangenheit bereits in mehreren Fällen in Luxemburg offenbarte.

Darüber hinaus empfiehlt sich bei eher unbeliebten politischen Entscheidungen Konsequenz und Bestimmtheit, aber keineswegs Härte, Arroganz oder Zynismus. Entscheidungen müssen mit Empathie durchdacht und verständlich gemacht werden. Die Tatsache, dass es gerade Jean Asselborn ist, der mit der „goldenen Ente“ einen Medienpreis für seinen Umgang mit der Presse erhielt, sollte in diesem Sinne aufhorchen lassen. Jean Asselborn bleibt immer er selbst, er spielt keine Rolle.

Einfach man selber sein, einfach als Mensch mit anderen in Kontakt bleiben, wäre also ein möglicher Weg guter Kommunikation für Politiker.