PASCAL STEINWACHS

Nachdem die Erzbistumszeitung Anfang der Woche schon allerkräftigst den Sozialneid geschürt hatte, indem sie ihre Leserschaft darauf hinwies, dass Staatspremier Bettel ein Jahresgehalt von 311.000 Euro einstreiche und somit mehr als Deutschchefin Merkel verdiene, legte sie gestern noch einen drauf, als sie in ihrer „Frage des Tages“ erst festhielt, dass Bettel „nach einer Studie unter den Staatschefs der Welt einer der Bestverdiener“ sei, und das dann - superfies wie sie als Oppositionsblatt ist - mit „Donald Trump hat dagegen gerade verkündet, auf sein Präsidentengehalt verzichten zu wollen“ vermischte. Bei so einer Suggestivfrage antworteten natürlich 53 Prozent der Leser, dass Politikergehälter zu hoch seien: „Wer soll denn bei solchen Summen noch einen Blick für die Probleme der einfachen Leute haben?“.

Vielleicht sollte die Erzbistumsgazette ihren Lesern einfach mal verraten, dass es sich bei Bettels Einkommen um das Gehalt eines Premierministers handelt, das mit Sicherheit nicht von ihm eingeführt wurde, sondern das auch schon sein Vorgänger Jean-Claude Juncker bezog. Und der ließ sich sogar, als er schon den EU-Chefposten in der Tasche hatte, sein Gehalt als CSV-Fraktionschef auszahlen, Claude Wiseler aber die Maloche erledigen...