LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Europäischer Monat der Fotografie in Luxemburg an 21 verschiedenen Orten

Paris, Berlin und Wien waren im Jahr 2004 die ersten Veranstalter und somit Austragungsorte des „European Month of Photography“ (EMOP). Mittlerweile sind mit Athen, Bratislava, Budapest, Ljubljana und Luxemburg fünf weitere europäische Hauptstädte hinzugekommen, die während eines Monats (und darübr hinaus) die Kunst mit der Kamera in den Fokus rücken. Obwohl in den vergangenen Wochen in Luxemburg bereits ein paar Ausstellungen im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie eröffnet wurden, so etwa „Empire“ von Samuel Gratacap im Mudam oder „Portraits sous surveillance“ im MNHA, fiel der offizielle Startschuss gestern. Im „Casino Luxembourg - Forum d’art contemporain“ wurde das umfangreiche Programm der sechsten Auflage - das EMOP findet im Zwei-Jahres-Rhythmus statt - vorgestellt, das sich indes nicht nur auf die Hauptstadt beschränkt.

Über 20 parallel laufende Ausstellungen

Die beiden Kuratoren Pierre Stiwer und Paul di Felici von der Kunstvereinigung „Café Crème asbl“, die seit 2005 Mitglied der internationalen EMOP-Vereinigung ist, organisieren den luxemburgischen Teil des Foto-Monats. 24 parallel laufende Ausstellungen an 21 verschiedenen Orten - private Galerien, Museen und öffentliche Kultureinrichtungen - in Luxemburg, Düdelingen, Ettelbrück und Clerf sind das Resultat.

Bekannten und noch etwas weniger bekannten Fotografen beziehungsweise Fotokünstlern wird eine Plattform geboten. Ein Thema verbindet sie: „Looking for the Clouds“. Hinzu kommen verschiedene Unterthemen, allen voran „Contemporary Photography in Times of Conflict“, angefangen bei den dramatischen Geschehnissen des 11. September 2001 und all ihren Konsequenzen - Stichwort Überwachungs- und Kontrollmechanismen - bis hin zur Krise im Nahen Osten und der aktuellen Flüchtlingsproblematik, die vor allem in der Ausstellung „Borderlines“ im „Cercle Cité“ thematisiert wird. Die Ausrichtung dieser sechsten EMOP-Auflage ist demnach teilweise sehr politisch. „Wir beschränken uns keineswegs auf die Fotografie in ihrem traditionellen und klassischen Sinn, sondern bewegen uns vielmehr im Bereich der bildenden Kunst“, bemerkte Stiwer. Auch Installationen und Videoprojektionen werden nicht komplett ausgegrenzt, was insbesondere auf die Gemeinschaftsausstellung im „Casino Luxembourg“ zutrifft.

Da sich der Großteil der teils sehr unterschiedlichen Ausstellungen nicht auf den Monat Mai beschränkt, laufen Fotoliebhaber kaum Gefahr, sich bei einem Expo-Marathon zu verausgaben.

Rundtischgespräch am 9. Mai

Am 9. Mai diskutieren die Fotografen Cédric Delsaux, Patrick Galbats sowie Carine und Elisabeth Krecké um 18.30 im Auditorium des Cercle Cité unter dem Titel „La photographie et l’état d’urgence - Réflexion sur le contexte politique et l’image“ über das diesjährige EMOP-Thema.


Die Details zu allen Ausstellungen unter www.emoplux.lu

Eine Programmauswahl

Casino Luxembourg: „Looking for the Clouds - Contemporary Photography in Times of Conflict“ vom 29.04 bis 11.06 mit Beiträgen von Swen Renault, Richard Drew, Wolfgang Reichmann, David Birkin, Omer Fast, James Bridle, Valentin Vallhonrat, Anush Hamzehian & Vittorio Mortarotti, Sinje Dillenkofer, Carine & Elisabeth Krecké. Casino Blackbox: „Post Nine Eleven - Contemporary Photography and Video in Times of Conflict“ vom 5.04 bis 29.05 mit Beiträgen von Anush Hamzehian & Vittorio Mortarotti, Ibro Hasanovic und Sven Johne. Cercle Cité: „Borderlines - Looking for the Clouds“ vom 28.04 bis 25.06 mit Beiträgen von Patrick Galbats, Martin Kollar, Balázs Deim, Florian Rainer, Julian Röder und Dimitris Michalakis.

MNHA: „Portraits sous surveillance“ bis 17.09 mit Beiträgen von Tami Notsani, Aida Silvestri, Marco Godinho, Jules Spinatsch, Daniel Mayrit, Jure Kastelic und Paolo Cirio. Mudam: „Empire“ von Samuel Gratacap vom 28.04 bis 10.09. Villa Vauban: „Cycle Grec“ von Sven Johne vom 28.04 bis 10.09. Centre d’Art Dominique Lang: „Structures of Power“ von Esther Hovers vom 6.05 bis 9.06. Centre d’Art Nei Liicht (Düdelingen): „Y’a pas photo“ von Bruno Baltzer und Leonora Bisagno vom 6.05 bis 9.06. CAPe (Ettelbrück): „Displacement“ mit Beiträgen von Carine & Elisabeth Krecké sowie Ann Sophie Lindström vom 11.05 bis 2.06. CNA (Düdelingen): „dystopian circles / fragments… all along“ von Armand Quetsch bis 14.05. Kulturzentrum Neimënster: „Shifts“ mit Beiträgen von Duccio Doretti, Rocco Rorandelli, Bärbel Reinhard und Stefano Parrini vom 28.04 bis 25.06. „Deuxième génération: la mémoire contre tous les facismes“ von Christian Gattinoni vom 28.04 bis 11.06.