LUXEMBURG
NORA SCHLEICH

Luxemburgs Pferdewelt hat viel zu bieten

Drum merke dir auf allen Wegen, reiten lernt man nur durch fegen!“, heißt es in einem alten deutschen Sprichwort. Gottseidank gibt es aber noch einige Alternativen, um den Umgang mit dem Pferd zu erlernen. Bevor man sich nämlich mit den schönen Vierbeinern verständigen kann, und eine gute Kommunikation ist bei einem etwa 500 Kilo schweren Partner das A und O, gibt es einiges an Wissenswertem, das jedem Reiter beigebracht gehört. Fachkundigen Rat gibt es in Luxemburg an etlichen Orten. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können in den vielen Reitschulen des Landes an der Passion Pferd teilhaben.

Erste Schritte

Von klein auf lernt man zum Beispiel bei Noémie Georgen den Umgang mit dem Pferd kennen. Im Ponyclub auf dem „Boufferterhaff“ werden Motorik und Gleichgewicht schon bei Kleinkindern geschult. Wer später eigenständig reiten kann, kann bei Georgen auch in den Turniersport reinschnuppern. „Wir begleiten unsere Schüler auf den ersten kleinen Wettbewerben, wo sie an Führzügelklassen oder kleinen Springturnieren teilnehmen. Auch Jugendliche und Erwachsene bereiten wir auf Turniere vor und coachen sie vor Ort“, lässt uns die Springreiterin wissen.

Ist die Basis nämlich erst einmal gefestigt, gibt es etliche Disziplinen und Reitweisen zu entdecken. Für diejenigen, die sich für den englischen Reitstil interessieren, wird Unterricht im Dressur- oder Springreiten angeboten, zum Beispiel auf dem „Meeschhaff“ in Ermsdorf oder im „Bricher Stall“ in Brouch. Auch für Liebhaber der akademischen klassischen Reitkunst gibt es etwa in Dorscheid bei Caroline Kubisch eine Anlaufstelle. Wer sich eher im Cowboysattel zu Hause fühlt, kann unter anderem bei Marco Stors sein Glück finden. Von Grund auf kann man in Mompach den Umgang mit dem Pferd erlernen, in die Welt des Westernreitens eintauchen und sich in fast allen Disziplinen von Reining bis Horsemanship ausbilden lassen. Wichtig ist aber ohnehin, dass nicht die Reitweise ausschlaggebend ist, sondern wie man Kontakt zum Pferd aufnimmt und mit welcher Überzeugung man sich mit seinem Partner Pferd beschäftigt. „Anfangs versuchen sich die Leute zu sehr auf eine Reitweise zu konzentrieren. Nach einiger Zeit merkt man aber, dass es nicht um Dressur-, Spring- oder Westernreiten geht, sondern vor allen Dingen um die Kommunikation mit dem Pferd. Da kann man disziplinübergreifend voneinander lernen“, merkt Stors an.

Akrobatisch bis abenteuerlustig

Eher akrobatisch geht es beim Voltigieren zu, einer Art Kunstturnen auf dem galoppierenden Pferd. Die Reitschule in Bürden bietet zum Beispiel eigens Voltigierstunden an. Doch damit nicht genug. Wer besonders abenteuerlustig daher kommt, kann sich bei den „D’Arc Angels“ melden. Der Verein unterrichtet Interessenten im berittenen Bogenschießen. Auch Rossfechten kann man in Luxemburg, unter anderem, wenn Ritterreiter Arne Koets im Land gastiert und im Gestüt „Bailaora Horses“ die Reiter in die berittene Kampfkunst einführt. Freunde der Islandpferde kommen ebenfalls auf ihre Kosten, bei Anne Muller in Weiler-la-Tour oder auf dem „Biohaff Baltes“ in Stegen warten die zotteligen Fünfgänger darauf, bei ihren Reitern die Freude am Tölten zu wecken.

Darüber hinaus gibt es hierzulande auch etliche Angebote für pferdegestützte Therapien, dies unter anderem für behinderte Kinder, wie zum Beispiel auf dem Hof „Ditgesbaach“ in Ettelbrück. In Monnerich wird die Hippotherapie für Menschen jeden Alters angeboten. Wer allerdings einfach mal das Pony- und Pferdefeeling genießen will, ohne sich unbedingt in den Sattel schwingen zu müssen, findet auf dem Ponyhof in Alscheid die Möglichkeit, gemeinsam mit den Vierbeinern in der Natur zu weilen.

Gelegenheiten, die Natur zu Pferd zu entdecken, gibt es natürlich auch in den Reitschulen. Ausreiten gehört nämlich ebenfalls zum Programm. Wer gerne in Gesellschaft ins Gelände geht, findet zum Beispiel beim „Tour de Luxembourg à Cheval“ Gleichgesinnte. Jedes Jahr findet eine Tour über sechs Tagesritte statt, bei dem man das grünste Grün des Landes hoch zu Pferd erfährt.

In welcher Form auch immer, der Kontakt zum Pferd ist mit Sicherheit eine entspannende und zugleich stärkende Bereicherung im hektischen Alltag. Gelegenheiten dazu gibt es in Luxemburg auf jeden Fall genug. Jetzt heißt es nur noch: Stiefel anziehen, Möhren einpacken und los!