LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

District 7 präsentiert an diesem Freitag „The Place we used to call Home“ in der Kulturfabrik

Die Band District 7 hat einen Ausflug in die Klänge des Pop gemacht. Seit 2011 hat die Gruppe an die 50 Auftritte hingelegt und vier Mal in einer Kategorie des Rockhal-Wettbewerbs „Screaming Fields“ gewonnen. 2014 haben David Marx, Denis Schumacher, Jeff Hennico und Julien Binda mit „Brave new World“ ihre erste EP veröffentlicht. Auch wenn sich die vier jungen Luxemburger eher dem Pop-Punk à la Green Day verschrieben haben, hat es ihnen Spaß gemacht, nun mehr aus ihren Stimmen herauszuholen. An diesem Freitag stellt die Band ihre zweite Platte, die neue EP „The Place we used to call Home“, in der Kulturfabrik in Esch vor. Sänger und Gitarrist Julien Binda erklärt im Interview, wie es die Band trotz Prüfungsstress geschafft hat, neue Songs aufzunehmen und wie es nach der Schule weitergeht.

Ihr stellt an diesem Freitag eure neue Platte in der Kulturfabrik vor, wie aufgeregt seid ihr?

Julien Binda Die Vorbereitungen laufen sehr gut, wir machen seit fast zwei Monaten nichts anderes als zwei bis drei Mal in der Woche zu proben, seit den vergangenen beiden Wochen nun sogar täglich. Die Aufregung, dass alles musikalisch aber auch organisatorisch klappt, ist groß und die Vorfreude steigt jeden Tag.

Die neue Platte geht in eine etwas andere Stilrichtung?

Julien Ja, früher haben wir klassischen Punk gemacht, so wie Green Day oder Blink102, jetzt ist es eher ein Pop-Punk mit mehr Melodien. Die Produktion der neuen CD in den „Poison Apple Studios“ in Lissabon hat uns auf diese andere Schiene gebracht. Der Produzent Vasco Ramos hat uns eher im Indie verortet gesehen und uns mit Weezer verglichen, was für uns erst ein Schock war, aber nachvollziehbar wurde, als wir uns mit der Band beschäftigt haben. Aber dieses Poppige ist für uns ein spannender Ausflug, aber dem Pop-Punk wollen wir trotzdem treu bleiben.

Wieso hat euch der Vergleich mit Weezer geschockt?

Julien Wir hatten gar nicht an sie gedacht, wir kannten die Band, aber keiner von uns ist Fan. Dann haben wir mehrere ihrer Alben gehört und es sind uns kleine Ähnlichkeiten aufgefallen.
Wieso hat der Produzent in euch eher eine Indieband
gesehen?

Julien Vasco war Sänger, Schreiber und Produzent bei „More than a Thousand“, einer der größten Metalbands in Portugal. Aber trotz seiner Liebe zu Metal macht er sehr viel Poporientiertes. Das hat er auch mit uns gemacht und wir haben sehr viel an der Struktur und dem Gesang der Songs gearbeitet. Anfangs war es sehr ungewohnt, dass ein Vollblut-Metal-Sänger den Ton in der Popmusik angibt, aber es war definitiv eine wichtige Erfahrung und Begegnung in der Bandgeschichte, auch wenn die Tage sehr anstrengend waren, acht Stunden Studio, danach nachts proben, um alles perfekt hinzukriegen. Wir empfehlen jeder Band, sich im Ausland mit kreativen und motivierten Menschen zusammenzutun, es hat uns erwachsener und sicherer in unserer Musik gemacht.

Wie lange habt ihr an der neuen Platte gearbeitet?

Julien Wir hatten uns vor der Zeit im Studio schon einige Monate mit neuen Songs befasst, aber die intensive Arbeit erfolgte in Portugal im Juli. Wir haben 14 Tage jeden Tag im Studio dran gearbeitet, am Ende haben wir in dieser Zeit vier Lieder aufgenommen. Es ist ein kleines Album, aber wir haben das Bestmögliche herausgeholt.

Wie verlief die Zusammenarbeit mit Brett Shaw, der schon mit Florence and the Maschine produziert hat?

Julien Mit Brett haben wir in London zwei Lieder aufgenommen, für die wir die ersten Ideen schon im vergangenen Dezember hatten, denn wir wussten, dass ein komplettes neues Album nicht in den eingeschränkten Zeitplan passen würde. Also haben wir zwei Singles gemacht, die thematisch aber nichts mit der neuen Platte zu tun haben. Die Zusammenarbeit mit Brett war sehr gut und sehr ruhig, er ist ein sehr zurückhaltender Mensch und hat uns das Kommando überlassen. Vasco in Lissabon hingegen hat uns mehr angeleitet und auch mehr Tipps gegeben.

Warum war es zeitlich eng bei euch?

Julien Ich war wegen der Schule sehr eingeschränkt, ich war im Abschlussjahr. Und die Band war auch noch nicht bereit, ein komplettes neues Album aufzunehmen, wir wussten auch nicht, in welche Richtung ein neues Album gehen soll. Dieses Jahr sieht es ähnlich aus, weil noch zwei andere Bandmitglieder die Schule abschließen werden.

Wie geht es danach weiter bei euch?

Julien Wir haben uns schon Gedanken darüber gemacht. Ich wollte erst Medizin studieren, aber werde mich für Eventmanagement entscheiden, auch weil es zeitlich besser in den Plan der Band passt. Die anderen wollen vielleicht ein Jahr arbeiten oder sich auf die Band konzentrieren. Wir brauchen auch Zeit für die „Multipistes“, das ist ein Projekt zwischen Rockhal und anderen Konzerthallen in der Großregion, das junge Bands professioneller machen will. Wir sind von insgesamt sechs beteiligten Bands die einzige aus Luxemburg, die mitmacht. Das Projekt dauert zwei Jahre und läuft seit vergangenem November. Wenn es also mit der Band gut läuft, wir viele Auftritte haben, dann widmen wir uns ein Jahr der Band. Wir sind jung, das Jahr kann uns keiner nehmen.

District7 stellen an diesem Freitag in der Kulturfabrik in Esch-Alzette ihre neue Platte „The Place we used to call Home“ vor. Es treten außerdem TUYS, RAT OCTOBER und UMI auf. Türen öffnen ab 19.30, der Eintritt kostet 7 Euro