LUXEMBURG
MARCO MENG

Mehr als nur eine Verkaufsplattform: „Artnolens“ bringt Künstler und Kunstliebhaber zusammen

Der Franzose Olivier Raulot, der Ingenieurswissenschaften und Ökonomie studierte, hat mit seinem Startup „Artnolens“ ein soziales Netzwerk für Künstler und Kunstliebhaber geschaffen, wodurch er die Art und Weise, wie Kunst über das Internet verkauft wird, grundlegend verändern will. Ziel: in den nächsten zwölf Monaten 4.000 zahlende Künstler; jeder folgende Abonnent wäre ein Gewinn für das junge Unternehmen.

Was ist Artnolens?

Olivier Raulot Artnolens ist eine Web- und Mobile-Plattform für Kunstliebhaber und Künstler, die eine ganz eigene Herangehensweise verfolgt. Denn es werden keine Gebühren oder Provisionen beim Verkauf von Kunstwerken fällig. Vielmehr arbeitet artnolens mit einem monatlichen Beitrag von vier Euro für Künstler, die damit die Plattform nutzen können. Was wir damit erreichen wollen, ist einfach: Eine soziale Plattform, die gänzlich der Kunst gewidmet ist. Die Plattform stellt dabei vielerlei Funktionen bereit: Künstler können sie mit „Services Chronicles“ als Blog nutzen, für Kunstauktionen oder als Showroom; die Funktion „Telegram“ ist für Mitteilungen wie man sie von Twitter kennt, und Kunstfans können ihren Künstlern via Live-Streams in ihrem Atelier über die Schulter schauen.

Wie viele nutzen schon Artnolens?

Raulot Richtig gestartet sind wir damit im September letzten Jahres, und inzwischen haben wir bereits 3.000 Nutzer von Luxemburg, den Niederlanden, Frankreich, sogar in Brasilien, und die Plattform enthält bereits mehr als 4.000 Kunstwerke. Die Idee fängt also an, erfolgreich zu werden.

Woher erreichten Sie den Bekanntheitsgrad?

Raulot Das ist alles Mund-zu-Mund-Propaganda, wir machten keinerlei Werbung oder schalteten Anzeigen, um bekannt zu werden. Dazu hätten wir auch nicht das Geld gehabt. Nein, es sprach sich bei den Nutzern herum, so dass wir tatsächlich schnell tausend, dann zweitausend und jetzt dreitausend Nutzer erreichten.

Wie kamen Sie auf die Idee? Sie selbst sind kein Künstler, oder?

Raulot Nein, ich bin Programmierer, aber ich habe eine Menge Freunde und Bekannte, die künstlerisch tätig sind. So kam ich auch auf die Idee, „artnolens“ zu entwickeln. Denn die Künstler in meiner Umgebung suchten nach einer Möglichkeit, ihre Werke der öffentlichkeit vorzustellen und nutzten dazu vor allem Facebook. Allerdings ist Facebook kaum dazu geeignet, Kunstwerke zu präsentieren und zu verkaufen, und Galerien stellen meist auch nur Künstler aus, die bereits einen gewissen Namen haben. Darum habe ich „artnolens“ über einen Zeitraum von zwei Jahren entwickelt, damit junge Talente Öffentlichkeit erreichen und ihre Arbeiten verkaufen können, ohne eben davon einen Teil als Kommission abgeben zu müssen. Wir haben aber noch weitergehende Pläne, denn wir wollen uns auch an Galerien wenden, die die Plattform ebenso für sich nutzen könnten. Für sie wäre es interessant, weil ich zum einen keine Provision bei einem Verkauf verlange und zudem die Galarien mit einer großen Zahl von Künstlern wie Kunstliebhabern in Kontakt treten können.

Wissen Sie, wie viele Kunstwerke über artnolens bereits verkauft wurden?

Raulot Ja, von September bis heute waren es 18 Kunstwerke, die meisten davon Gemälde.

Wie funktioniert das Geschäftsmodell?

Raulot Es funktioniert so: bis zu fünf Kunstwerke können kostenlos auf artnolens präsentiert werden. Wenn man mehr zeigen und auch über artnolens verkaufen will, kostet das wie gesagt vier Euro pro Monat. Da wir selbst auch nur geringe Fixkosten haben, ist das glaube ich für alle Seiten eine gute Sache.

Welche Pläne haben Sie weiter?

Raulot Neben den Galerien, die wir mit einzubeziehen wollen, hat uns ein Investor angesprochen, dem unsere Plattform gefällt und mit dem wir derzeit diskutieren, wie ein Investment in unsere Plattform aussehen könnte. Eine weitere Neuerung betrifft eine technische Angelegenheit, denn ich entwickelte ein „Timerlike“. Wir kennen ja den „Like“-Button von Facebook, den man einmal klickt und der dann immer „like“ zeigt. Ich entwickelte ein Konzept, das ich auch patentieren ließ und das ich Mitte Juli in unsere Plattform einbauen will: Ein „like“, das einen Monat oder zwei Monate gilt. Danach muss es erneuert werden, ansonsten verschwindet es. Das wird für mehr dynamische Interaktion auf der Plattform sorgen. Zudem ermittelt sich dadurch, wer zu welcher Zeit der beliebteste Künstler ist, was das beliebteste Kunstwerk, und welcher Kunstliebhaber bei seinen Votes die beliebtesten Kunstwerke traf.

 

my.artnolens.com