LUXEMBURGCHRISTIAN BLOCK

75 Prozent der Luxemburger bewerten die wirtschaftliche Lage des Landes als gut

Die nationale wirtschaftliche Lage schätzen drei Viertel der Luxemburg als gut ein, die in Europa hingegen nur 34 Prozent. Das geht aus dem Eurobarometer hervor, über den wir bereits in der Montagsausgabe berichteten. Nun wurde der nationale Bericht für Luxemburg veröffentlicht, der zeigt, dass insbesondere bei der Einschätzung der nationalen Lage die Diskrepanzen in der EU groß sind. Eine deutliche Mehrheit von 90 Prozent in Frankreich und 94 Prozent in Portugal sprechen von einer schlechten Situation. Im Durchschnitt der 28 EU-Staaten überwiegt die negative Wahrnehmung mit 63 Prozent.

Pessimistischer als im Durchschnitt

Mit ihrer beruflichen und finanziellen Situation sind die meisten Befragten in Luxemburg zufrieden: Je 74 und 86 Prozent. Das sind je rund 20 Prozentpunkte mehr als im EU-Durchschnitt. Die positive Momentaufnahme darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass nur eine Minderheit von 13 Prozent davon ausgeht, dass sich die wirtschaftliche Lage in Luxemburg in den kommenden Monaten verbessern wird- kaum anders als bei unseren Nachbarn, aber weniger als im Mittel.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit. 44 Prozent der 507 in Luxemburg Befragten rechnen mit einer Verschlechterung. 41 Prozent rechnen mit keiner Veränderung und nur elf Prozent sind positiv gestimmt. EU-weit sind das immerhin 21 Prozent.

Im Hinblick auf die Entwicklung des eigenen Landes zeigt sich ein ausgeglichenes Bild: Weniger als ein Drittel (30 Prozent) sind der Ansicht, dass sich die Dinge in eine gute Richtung bewegen. Etwas mehr (35 Prozent) sind negativ gestimmt. In Deutschland geben sich mehr Befragte (38 Prozent) zuversichtlicher, in Belgien überwiegt der pessimistische Ausblick (57 Prozent). In Frankreich sind das sogar 77 Prozent gegenüber neun Prozent (gute Richtung).

Braucht Luxemburg Reformen, um das Land für die Zukunft fit zu machen? Auf diese Frage antwortete eine deutliche Mehrheit mit „Ja“ (77 Prozent). Interessant ist an dieser Stelle allerdings der Ländervergleich: Mit diesem Ergebnis belegt das Großherzogtum den zweitletzten Rang vor Dänemark. Überall sonst - im EU-Durchschnitt 87 Prozent - sehen mehr Menschen Reformbedarf in ihrem Land.

Weiteres Ergebnis des Eurobarometers: 59 Prozent fühlen sich sowohl mit Luxemburg als auch der EU verbunden. Nur mit der Luxemburger Nationalität identifizieren sich 20 Prozent, während es in den 28 EU-Staaten 39 Prozent sind, die nur ihre eigene Nationalität angaben.