LUXEMBURG
SVEN WOHL

Weniger Tote auf Luxemburgs Straßen im Jahr 2019

Ich schaue da nicht mehr lange zu. Der Streckenradar ist als Pilotprojekt in der Realität angekommen. Wir werden ganz schnell dazu übergehen, diese Tunnel mit Streckenradaren auszustatten. Dann ist das in Luxemburg wie in der Schweiz oder in den Niederlanden und dann hat dieser Spuk sein Ende.“ Dies sind die Worte des Ministers für Mobilität und öffentliche Arbeiten, François Bausch (déi gréng), zu dem Fall eines Rasers in einem Tunnel auf der A7, welcher mit über 170 Stundenkilometer in die Geschwindigkeitskontrolle der Polizei getappt war. „Das ist kriminell“, kommentierte der Minister diesen Fall in der gestrigen Pressekonferenz zur Vorstellung des Berichts zu den Verkehrsopfern des Jahres 2019, welcher sich pandemiebedingt verspätet hatte.

Keine Traumwerte

Die wichtigsten Werte befinden sich im Vergleich zum Vorjahr in einer positiven Tendenz. Auch wenn die Zahl der Unfälle mit Verletzungen von 947 auf 988 um vier Prozent gestiegen ist, sind die tödlichen Unfälle von 31 auf 22 Fälle gesunken. Jedoch mahnte der Minister, man müsse die längerfristige Entwicklung sehen. Hier stellt sich tatsächlich heraus, dass bei den Toten wie auch bei den Schwerverletzten ein positiver Trend zu verzeichnen ist. Doch gleichzeitig wird offensichtlich, dass man weit von den selbstgesetzten Zielen entfernt ist. Eine Tatsache, die nicht nur auf Luxemburg zutrifft, sondern auch für die gesamte EU. Möchte man EU-weit bis Ende 2020 nur noch 14.800 Tote auf Europas Straßen zählen, so waren es 2019 noch 22.800 - bei seit Jahren stagnierenden Niveau.

Drogen und Geschwindigkeit wichtige Faktoren

Die Geschwindigkeit spielte bei 31 Prozent der Unfälle mit Schwerverletzten eine Rolle. Bei den Todesfällen waren es dagegen ganze 59 Prozent. In dieser Hinsicht hat sich in den vergangenen Jahren relativ wenig getan. Der Einfluss von Alkohol dagegen hat proportional stark zugenommen, zumindest bei den Todesfällen. Neun tödliche Unfälle geschahen unter Einfluss von Alkohol, also 41 Prozent dieser Unfälle. Im Vorjahr waren es mit drei Fällen gerade einmal zehn Prozent. Dass 14 Prozent der Unfälle mit Schwerverletzten unter Einfluss von Alkohol geschahen, ist dabei eher die Fortsetzung eines kontinuierlichen Abwärtstrend (2018: 13 Prozent, 2017: 19 Prozent). Dabei gilt es zu bedenken, dass anhand der doch relativ geringen Zahl an Fällen schnell Schwankungen auftreten können, die massiv wirken. Bestes Beispiel sind hier die Zahl der schweren Unfälle und tödlichen Unfälle unter Einfluss von Drogen. Bei den ersteren wurden 2019 acht gezählt (drei Prozent), bei den letzteren vier - dabei handelt es sich dann um das vierfache gegenüber 2018. Allerdings stellt dies auch 18 Prozent der tödlichen Unfälle dar. Minister Bausch drückte sich klar aus, dass bei einer anstehenden Legalisierung des Cannabis weiterhin eine Null-Toleranz-Politik bei Drogen am Steuer gefahren wird.