LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

EU-Quartalsbericht: Aufschwung gewinnt an Boden, umfangreiche Herausforderungen bleiben

Es geht langsam aufwärts, aber es bleiben noch große Herausforderungen zu meistern. So kann man den jüngsten Quartalsbericht der EU über die Beschäftigungssituation und die soziale Lage (EU Employment and Social Situation) zusammenfassen. Vor fast zwei Jahren hat in der EU eine schrittweise wirtschaftliche Erholung eingesetzt, in den meisten Mitgliedstaaten ist ein positives BIP-Wachstum zu verzeichnen. Gleichzeitig steigt die Beschäftigung und die Jugendarbeitslosigkeit sinkt. Die Arbeitslosigkeit bleibt indes auf einem hohen Niveau und zwischen den Mitgliedstaaten gibt es noch immer erhebliche Unterschiede, wie die EU-Kommission gestern betont.

Die zuständige EU-Kommissarin Marianne Thyssen spricht von „vielen ermutigenden Entwicklungen des Arbeitsmarktes. In den letzten beiden Jahren sind 2,7 Millionen Arbeitsplätze entstanden. Aber es sind noch immer über 23,8 Millionen Menschen arbeitslos“. Davon seien 12 Millionen schon seit über einem Jahr ohne Job und jeder fünfte junge Mensch auf dem Arbeitsmarkt sei derzeit ohne Beschäftigung. Die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Förderung von Wachstum seien die zentralen Prioritäten der Kommission, so die Kommissarin.

Leichter Rückgang der Langzeit-arbeitslosigkeit

Im vergangenen Jahr stieg die Beschäftigung in den allermeisten Mitgliedstaaten, auch in Griechenland und Spanien. Zwischen dem vierten Quartal 2013 und dem vierten Quartal 2014 war es ein Anstieg um einen Prozent und lag 0,2 Prozent über dem Wert des Vorquartals. Mehr als die Hälfte des Beschäftigungszuwachses entfiel auf unbefristete und Vollzeitarbeitsverhältnisse. Mit einem Minus von 0,2 Prozentpunkten war die Langzeitarbeitlosigkeit zwischen dem dritten Quartal 2013 und dem dritten Quartal 2014 leicht rückläufig, bleibt mit 4,9 Prozent aber eine Herausforderung. Die Jugendarbeitslosenquote ist ebenfalls auf hohem Niveau (21,1 Prozent) rückläufig. Um die Umsetzung der Jugendgarantie zu beschleunigen, soll eine Milliarde Euro aus der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen schon in diesem Jahr bereitgestellt werden.

Parallel zur Verbesserung der Wirtschafts- und Beschäftigungslage hat sich auch der Anstieg der Haushaltseinkommen beschleunigt. Der Anteil der Haushalte, die angeben, sich in finanziellen Schwierigkeiten zu befinden ist indessen unverändert geblieben. Für Haushalte mit niedrigerem Einkommen hat er sich sogar erhöht.