HANNOVER/LUXEMBURG
MM

Weltgrößte Industriemesse zu Ende - auch Teilnehmer aus Luxemburg zufrieden

Zum Abschluss der diesjährigen Hannover Messe haben die Organisatoren gestern ein positives Fazit gezogen. Insgesamt informierten sich 210.000 Besucher bei den 5.800 Ausstellern über den neuesten Stand bei Digitalisierung und Vernetzung von Produktionsabläufen. Den größten Anteil unter den rund 70.000 ausländischen Besuchern stellte China und die Niederlande, Polen und die USA. Acht Aussteller aus Luxemburg waren auf der Messe, die am Dienstag auch von einer Delegation aus der luxemburgischen Wirtschaft besucht wurde.

Der Sensorspezialist IEE aus Contern - und mit Produktionsstätten in Echternach, der Slowakei und China - präsentierte auf der Industrieleitmesse den Prototypen eines neuen 3D-Kamerassystems. Die neue Generation von ToF-Sensoren hat ein wesentlich kleineres und verbessertes Design, welches den Installations- und Integrationsaufwand weiter reduziert. „Die Geräte verfügen über eine neue Firmware mit erweiterten Datensicherheitsfunktionen, die der am 25. Mai 2018 in Kraft tretenden europäischen Datenschutzverordnung entspricht“, wie IEE mitteilt.

Die neuen IEE-Sensoren bieten eine höhere Bildauflösung und einen geringeren Energieverbrauch. Eingesetzt werden kann die Neuerung beispielsweise als Vereinzelungsensor (TDflexTM) innerhalb von Zutrittskontrollsystemen in Gebäuden. „Mit seiner einzigartigen Tracking- und Segmentierungsfähigkeit bietet der „People Counter“ eine Genauigkeit von über 99,5 Prozent und ermöglicht Anwendungen wie die Belegungsüberwachung in
Gebäuden, ‚Wrong
Way Detection‘ und Personenflussanalysen.“, beschreibt der Sensorhersteller die Technologieplattform.

Genutzt werden können solche Sensoren „als Menschen- und Objekterfassungslösungen für Industrie 4.0 in den Bereichen Robotik, Gebäudemanagement und Fahrerlosen Transportsystemen“, sagt Paul Schockmel, „Vice President“ für Strategie, „Business Development“ und Marketing von IEE. IEE ist seit 2016 mehrheitlich in chinesischem Besitz. „Wir sind aber nach wie vor ein luxemburgisches Unternehmen“, erklärte IEE-CEO Michel Witte auf Nachfrage des „Journal“. Das Unternehmen rechnet damit, von der zunehmenden digitalen Transformation im Rahmen von „Industrie 4.0“, und auch als Automobilzulieferer von Trends wie selbstfahrenden Fahrzeugen profitieren zu können. Beim Automobilmarkt vor allem in Schwellenländern wie Indien stehen die Zeichen ohnehin auf Wachstum.

Luxemburg alsHigh-Tech-Land

Sabrina Sagramola, zuständig bei der luxemburgischen „Chamber of Commerce“ für Internationales bezeichnete denn auch die Präsenz von Firmen aus dem Großherzogtum auf der Messe als vollen Erfolg.

„Luxemburg kommt aus dem Stahlsektor, doch Ziel war es diesmal, Luxemburg auf der Messe als Land mit innovativer Wirtschaft zu präsentieren“, sagte sie. Dieses Vorhaben sei gelungen, und den Ausstellern aus Luxemburg sei viel Interesse entgegengebracht worden.

Ein weiteres Beispiel für den Innovationsstandort ist Rotarex Solutions aus Lintgen, das auf der Hannover Messe das weltweit erste patentierte kontinuierliche in-line Wasserkarbonisierungssystem präsentierte.

Das Unternehmen ist ein weltweit führender Hersteller von Ventilen und Druckreglern.

„Dabei kam uns die Gelegenheit auf dem Stand der „Chambre de Commerce“ auszustellen sehr gelegen, da dieses Produkt sich noch in der der Startphase befindet und große Messeauftritte im Moment noch nicht
möglich sind“, erläutert Marc Kerger, Produktdesigner bei Rotarex.

Was ist das Besondere daran? „Unser Bubblebox System ist weltweit einzigartig, eine neue Entwicklung zum sofortigen karbonisieren von Wasser, ohne Zwischenspeicher oder Druckkessel so wie alle anderen Systeme, die heute auf dem Markt sind. Unser System wird so viel kompakter, viel schneller und einstellbar, mit weniger kritischen Teilen, und dazu ohne die hygienischen Problemzonen wie stehendes Wasser.“