LUXEMBURG
MARCO MENG

Messebetreiber und Aussteller mit CeBIT 2017 zufrieden

Die fünftägige IT-Messe CeBIT ging am Freitag zu Ende. Mehr als 3.000 Aussteller aus 70 Ländern, darunter Luxemburg, hatten Innovationen rund um die Digitalisierung in Hannover präsentiert.

„Bei der Digitalisierung muss man der Entwicklung folgen“, so begründete Georges Rassel, Chef des luxemburgischen Anlagebauers Paul Wurth, seinen Besuch der IT-Messe. Digitalisierung der Industrie stand denn auch neben autonomem Fahren, Robotern oder künstlicher Intelligenz im Mittelpunkt der Messe. Der japanische Maschinen- und Roboterhersteller Fanuc, dessen Europazentrale in Echternach ist, veranschaulichte, wie industrielle Vernetzung und vor allem, wie das Thema „Deep Learning“ aussieht. Zwei Roboter mit „Area Vision Sensoren“ leerten Kisten, ohne dafür extra programmiert worden zu sein. Die Maschinen können vielmehr ihre „Erfahrungen“ speichern und so mehr oder weniger selbstständig die Kisten entleeren. Akkurat, schnell, ohne Fehler. Dadurch wird auch die Mensch-Roboter-Kollaboration in der Industrie verbessert.

Neues Messekonzept war nötig

Dass die Messeveranstalter sich für nächstes Jahr ein neues Konzept gaben, ist zu begrüßen, denn zum einen hatte die IT-Messe zuweilen den Anschein, eine reine Industriemesse zu sein, zum anderen fragte man sich, was solche Ausstellungen wie die von Aldi, Lidl oder Rossmann auf der CeBIT zu suchen haben. Ist eine App anzubieten schon Grund genug, auf der CeBIT dabei zu sein? Vielleicht waren es auch einfach zu viele Schwerpunkte, denen die Messe gerecht werden wollte.

Die Messebetreiber selbst sprachen von einer sehr erfolgreichen CeBIT 2017, auch die Aussteller aus Luxemburg waren überwiegend zufrieden. So meinte das Startup Mindool, das erstmals in Hannover ausstellte, die Resonanz sei besser gewesen als erwartet.

Die Halle, in der Vertreter aus Luxemburg ausstellten, gehörte auf der anderen Seite nicht zu den Meistbesuchten. Erklärt wurde das damit, dass Startups nicht unbedingt ein Publikumsmagnet und eher für das Fachpublikum statt für die breite Masse interessant seien. Tatsächlich drängte sich das Publikum dort, wo Showeffekte geboten wurden wie Roboter oder Drohnen.

Auf Talentsuche

Eigentlich schade, dass die luxemburgischen Forschungsinstitute oder Firmen wie IEE nicht auf der Messe ausstellten. Für Forschungsinstitute wie das Fraunhofer Institut aus Deutschland oder die ETH Zürich ist die CeBIT ein Pflichttermin.

Neben dem Thema Startups war auch die Suche nach Talenten ein Schwerpunkt der Messe. Ob die Teilnahme an der „Jobmesse“ etwas gebracht hat? Allzu viel los war bei den Ständen von Post, Adem oder CFL jedenfalls nicht. Postchef Claude Strasser, der am Donnerstag zusammen mit Bildungsminister Claude Meisch 197 Schüler des Lycée des Arts et Métiers auf die CeBIT in Hannover begleitete, meint denn auch, es sei einen Versuch wert gewesen, ob es aber wirklich Früchte getragen habe, müsse man nun auswerten. Die nächste CeBIT findet vom 11. bis 15. Juni 2018 statt.